Folgen des Irankriegs

Experte: Spritpreise bleiben hoch

Der Irankrieg wirkt weiter auf die Preise: Warum Autofahrer in Deutschland laut einem Geopolitik-Experten kurzfristig nicht auf Entlastung hoffen können.

Experte: Spritpreise bleiben hoch

Vorerst gibt es wohl keine Entspannung an den Tankstellen.

Von jbr/dpa

Die Spritpreise an den Tankstellen in Deutschland werden nach Einschätzung des Geopolitik-Experten Klemens Fischer noch längere Zeit auf hohem Niveau bleiben. „Dadurch, dass die Straße von Hormus weiterhin gesperrt bleiben wird, ist nicht davon auszugehen, dass die Spritpreise an den deutschen Zapfsäulen sinken werden. Im Gegenteil, nun muss man mit einem weiteren hohen Niveau der Spritpreise rechnen“, sagte Fischer in einem Interview der dpa.

Der Iran hätte sich auf eine langfristige Sperre der für die Straße von Hormus vorbereitet. So setze Teheran neben dem Einsatz von Minen auch auf Raketen- und Drohnenangriffe sowie auf schnelle Sturmboote. Dadurch sei der Iran weiterhin in der Lage, die Meerenge militärisch zu kontrollieren. „Man muss damit rechnen, dass diese Straße noch für längere Zeit blockiert sein wird“, sagte Fischer.

Schifffahrt in Meerenge beinahe zum Erliegen gekommen

Die etwa 55 Kilometer breite Meerenge liegt zwischen dem Iran und dem Oman und gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölexport. Seit Beginn der jüngsten Kriegshandlungen ist die Handelsschifffahrt dort beinahe zum Erliegen gekommen. 

Eine schnelle Kompensation der ausfallenden Lieferungen sei derzeit kaum möglich, so Fischer. Zwar könnten Staaten Ölreserven freigeben oder ihre Fördermengen erhöhen, doch bis zusätzliche Mengen tatsächlich auf den Markt kämen, könnten Tage oder Wochen vergehen. Um Tanker von Kriegsschiffen durch die Straße von Hormus eskortieren zu lassen, brauche man „ungefähr 50 Begleitschiffe“ für „maximal drei Tanker pro Woche“.