Die Fed steht vor ihrem nächsten Zinsentscheid. Warum eine Zinsänderung unwahrscheinlich ist und welche Faktoren die Märkte bewegen, erfahren Sie hier.
Die Fed entscheidet am Mittwoch, dem 29. April 2026 über den Leitzins. Warum eine Zinsänderung unwahrscheinlich ist und welche Faktoren die Märkte beeinflussen, erfahren Sie hier.
Von Matthias Kemter
Am Mittwoch, dem 29. April richtet sich der Blick wieder auf die US-Notenbank (FED). Nach aktuellem Stand gilt eine Zinspause als wahrscheinlichstes Szenario. Selbst das FedWatch-Tool der CME-Group gibt eine Wahrscheinlichkeit von 100 Prozent für gleichbleibende Zinsen an. Wichtiger für die Märkte werden allerdings die Signale von noch FED-Chef Jerome Powell für den weiteren Jahresverlauf.
Zinspause wahrscheinlich - Inflation & Ölpreise bleiben Herausforderung
Nach den Zinssenkungen des Jahres 2025, die den Leitzins von 4,25 bis 4,50 Prozent auf den aktuellen Korridor von 3,50 bis 3,75 Prozent senkten, setzt die Fed vorerst auf eine Pause. Denn seit Jahresbeginn blieb der Leitzins unverändert. Die Inflation bleibt allerdings ein zentrales Thema für die Fed. Trotz der Zinssenkungen des Vorjahres liegt die prognostizierte PCE-Inflation für 2026 bei 2,7 Prozent und damit über dem Zielwert von zwei Prozent. Ein wesentlicher Treiber ist der hohe Ölpreis, der durch geopolitische Spannungen, insbesondere im Nahen Osten, weiter angeheizt wird. Die Straße von Hormus bleibt ein kritischer Faktor, da sie eine der wichtigsten Handelsrouten für Rohöl darstellt. Die steigenden Energiepreise belasten nicht nur Verbraucher, sondern auch die Logistik- und Landwirtschaftsbranche, was die Inflation zusätzlich antreibt.
Wann genau ist der FED-Zinsentscheid? - Uhrzeit
Die Fed wird ihr geldpolitisches Statement am Mittwoch, dem 29. April 2026, um 20 Uhr deutscher Zeit veröffentlichen. Die Pressekonferenz mit Fed-Chef Jerome Powell beginnt um 20:30 Uhr. Der Livestream wird wie gewohnt auf dem Youtube-Kanal der Federal Reserve übertragen.
Politische Entwicklungen rund um die Fed
Neben den wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen beeinflussen auch politische Entscheidungen die Zukunft der US-Notenbank. Der von Präsident Trump nominierte Kandidat Kevin Warsh steht kurz vor seiner Bestätigung als neuer Vorsitzender der Federal Reserve, nachdem der Widerstand des republikanischen Senators Thom Tillis aufgegeben wurde. Tillis hatte seine Zustimmung von dem Abschluss der Ermittlungen gegen den aktuellen Fed-Chef Jerome Powell abhängig gemacht, die nun eingestellt wurden. Diese Entwicklungen könnten die geldpolitische Ausrichtung der Fed langfristig prägen.