Führungspositionen

Frauenanteil in Vorständen stagniert

Der Frauenanteil in den Vorständen großer deutscher Unternehmen stagniert seit einem Jahr. Während es im Finanzsektor leichte Fortschritte gibt, sinkt der Anteil außerhalb der Branche.

Frauenanteil in Vorständen stagniert

In den Vorständen der größten deutschen Unternehmen gibt es (DIW) im Schnitt nicht mehr Frauen als vor einem Jahr. (Symbolbild)

Von red/epd

In den Vorständen der größten deutschen Unternehmen gibt es laut dem Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Schnitt nicht mehr Frauen als vor einem Jahr. In den meisten untersuchten Unternehmensgruppen habe der Anteil von Vorständinnen im Spätjahr 2025 bei etwa 20 Prozent stagniert, teilte das Institut am Mittwoch in Berlin mit.

Im Finanzsektor allerdings sei der Anteil der Managerinnen gewachsen, hieß es weiter. In den 100 größten Banken stieg der Anteil von Frauen in den Vorständen im vergangenen Jahreszeitraum demnach von knapp 21 auf knapp 22 Prozent. Bei den 200 umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland außerhalb der Finanzbranche sei er von 19 auf 18,6 Prozent gesunken. Unternehmen mit Bundesbeteiligung lagen den Angaben zufolge mit rund 32 Prozent Frauenanteil in den Vorständen an der Spitze.

Position in der Hierarchie entscheidend

In einer experimentellen Befragung innerhalb des Managerinnen-Barometers untersuchte das Institut, wie Beschäftigte die Gerechtigkeit von Löhnen beurteilen und wie der Frauenanteil an Vorstandsposten diese Wahrnehmung verändert. Demnach hielten die insgesamt 666 Befragten überwiegend geringere Löhne für Frauen für gerecht. Der Anteil dieser Einstellungen sank jedoch, wenn eine Frau direkte Vorgesetzte der Befragten wurde.

Laut Katharina Wrohlich, Leiterin der Forschungsgruppe Gender Economics im DIW Berlin, belegt die Befragung, dass nicht die bloße Anwesenheit von Frauen am Arbeitsplatz entscheidend ist für mehr Chancengerechtigkeit, sondern auch die Position von Frauen in der Hierarchie. „Frauen in Führungsrollen können dazu beitragen, tief verankerte geschlechterstereotype Zuschreibungen aufzubrechen, indem sie etablierte Statusannahmen infrage stellen und als konkrete Vorbilder wirken“, erklärte Wrohlich.