In Deutschland werden jedes Jahr rund fünf Millionen Führungszeugnisse ausgestellt. Wer ein BundID-Konto hat, kann es demnächst schneller erhalten, in digitaler Form.
Ein Führungszeugnis zur Vorlage beim Arbeitgeber oder für eine ehrenamtliche Tätigkeit soll künftig auch digital verfügbar sein (Symbolfoto).
Von red/dpa
Ein Führungszeugnis zur Vorlage beim Arbeitgeber oder für eine ehrenamtliche Tätigkeit soll künftig auch digital verfügbar sein. Über eine entsprechende Vorlage der Bundesregierung will der Bundestag am Donnerstagnachmittag abschließend beraten und abstimmen. Voraussetzung für die Beantragung des digitalen Führungszeugnisses ist das sogenannte BundID-Konto. Wer über diesen Zugang zu Online-Verwaltungsdienstleistungen nicht verfügt, muss weiter die Zustellung der auf grünem Spezialpapier gedruckten Urkunde auf dem Postweg abwarten. Ein Führungszeugnis ist ein Auszug aus dem Bundeszentralregister und gibt Auskunft darüber, ob jemand vorbestraft ist.
Wer braucht das Führungszeugnis?
Ein Führungszeugnis wird für verschiedene berufliche und ehrenamtliche Tätigkeiten benötigt, besonders im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit oder bei Berufsgruppen mit besonderen Sicherheitsanforderungen, zum Beispiel in der Finanzbuchhaltung oder im Wachschutz. Bei bestimmten Berufsgruppen ist die Vorlage eines Führungszeugnisses gesetzlich vorgeschrieben.
Vom Antrag bis zur Überprüfung alles digital
Online beantragt werden kann das Führungszeugnis schon seit einigen Jahren. Bisher muss es allerdings auch dann ausgedruckt und verschickt werden. Das soll für diejenigen, die sich für den digitalen Weg entscheiden, in einigen Monaten wegfallen. Um Fälschungen vorzubeugen, soll es auf dem digitalen Führungszeugnis einen QR-Code geben, mit dem die Echtheit des Dokuments mittels einer Smartphone-App von jedem überprüft werden kann. Für die Einrichtung des erforderlichen BundID-Kontos ist etwa ein Personalausweis mit Online-Funktion erforderlich.
„Das Bundesamt für Justiz bereitet bereits alles vor, damit wir noch in diesem Jahr mit dem Digitalen Führungszeugnis starten können“, sagt Bundesjustizministerin Stefanie Hubig. Aus Sicht der SPD-Politikerin zeigt dieses Projekt: „Wenn wir Verwaltung konsequent digital denken, profitieren alle davon.“
Wer das Online-Verfahren nicht nutzen will, kann weiterhin ein Führungszeugnis im Bürgeramt beantragen und dann auf Papier erhalten.