Ein weiterer Tiefschlag für einen Traditionsorden der katholischen Kirche: Das Gründungskloster der Trappisten, die Abtei La Trappe in der Normandie, steht vor dem Aus. Schon 2028 sollen die Lichter ausgehen.
Notre-Dame de la Trappe nahe der französischen Gemeinde Soligny-la-Trappe in der Normandie.
Von KNA/Markus Brauer
Das Gründungskloster des Trappisten-Ordens, die Abtei La Trappe in Soligny-la-Trappe im Département Orne (Normandie), steht vor dem Aus. Die Mönche des Klosters im Norden Frankreichs denken darüber nach, den Standort bis 2028 aufzugeben und wegzuziehen, wie französische kirchliche Medien aus einer Mitteilung des Ordens zitieren. Gründe seien mangelnde Wirtschaftlichkeit, Nachwuchsmangel und Überalterung.
Mehrere Klöster bereits geschlossen
Zuvor war demnach eine Initiative zur Rettung der Abtei gescheitert. Eine auf zwölf Millionen Euro taxierte Restaurierung historischer Gebäude sei an der Finanzierung gescheitert. Zuletzt sollten öffentliche Führungen durch das Kloster das Interesse junger Männer für die Lebensweise der Mönche wecken.
Der Wegzug aus dem Gründungskloster wäre ein weiterer großer Rückschlag für den traditionsreichen Trappisten-Orden in Europa. Zuletzt mussten bereits zahlreiche Abteien schließen, so in Frankreich Notre-Dame Port-du-Salut und Oelenberg im Elsass (beide 2024) sowie Bellefontaine 2026; das jeweils einzige Trappistenkloster Deutschlands und Österreichs, Mariawald in der Eifel (2018) und Engelszell (2025). Auch in den Niederlanden und in Belgien wurden und werden einst wichtige Standorte geschlossen – etwa Achel, Zundert und Tegelen.
Gegentrend in Afrika und Asien
In Afrika und in Asien entstanden dagegen in den vergangenen Jahrzehnten neue Klöster. Zuletzt gab es laut Ordensangaben weltweit rund 100 Männer- und 75 Frauenklöster der Trappisten, was mehr als eine Verdoppelung binnen 75 Jahren bedeutet. Zugleich ging allerdings die Zahl der Ordensleute deutlich zurück, auf rund 1350 Trappisten und 1300 Trappistinnen weltweit.
Die Trappisten, die „Zisterzienser der Strengeren Observanz“, gehören zu den strengsten Orden der katholischen Kirche. Seit 1892 bilden die Trappisten einen eigenständigen Orden. Ihre reformerischen Anfänge im französischen La Trappe liegen bereits im 17. Jahrhundert, als sich der vom König zum Abt eingesetzte Adlige Armand Jean Le Bouthillier de Rancé (1626-1700) zu einem frommen Leben bekehrte.
Reformorden der Zisterzienser
Der benediktinische Reformorden der Zisterzienser ist benannt nach dem 1098 gegründeten Kloster Cîteaux bei Dijon. Die Betonung von Handarbeit, Landwirtschaft und Urbarmachung von Böden gab dem Orden nicht zuletzt eine große Bedeutung bei der deutschen Ostsiedlung im Hochmittelalter.
Dem Geist der Zisterzienser entsprach es, ans Ende der Welt zu wandern, um sich in der Zurückgezogenheit der Wildnis ganz Gott zu weihen. Die Arbeit – der Aufbau von Landwirtschaft und Fischereibetrieb –, in der Antike etwas für Sklaven, war für die Zisterzienser ein Weg der Gnade.