Infektionsgefahr

Hantavirus und Kehrwoche – Vorsicht beim Frühjahrsputz

Aufgewirbelter Staub mit Mäusekot kann beim Reinigen schwere Krankheiten verursachen – worauf man achten sollte.

Hantavirus und Kehrwoche – Vorsicht beim Frühjahrsputz

Die Rötelmaus oder Waldwühlmaus überträgt das Hantavirus über ihren Kot.

Von mic/red

In Baden-Württemberg ist die gründliche Reinigung von Kellern, Speichern und Garagen fester Bestandteil der häuslichen Routine. Doch was nach vorbildlicher Ordnung aussieht, birgt bei unsachgemäßer Ausführung ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko.

Die Gefahr lauert im Staub, der oft über Monate oder Jahre in wenig genutzten Nebenräumen lagert. Hier findet sich häufig die Verbindung zum Hantavirus, das insbesondere in ländlichen Gebieten eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt.

Rötelmaus und Hantavirus

Das in Deutschland am häufigsten vorkommende Puumalavirus wird primär durch die Rötelmaus verbreitet. Die Tiere nisten sich bevorzugt in Schuppen, Kellern oder Holzstapeln ein. Das Virus gelangt über Speichel, Kot und Urin der Nagetiere in die Umwelt. Trocknen diese Ausscheidungen ein, verbinden sie sich mit dem Hausstaub. Bei Reinigungsarbeiten im Rahmen der Kehrwoche wird dieser belastete Staub aufgewirbelt und gelangt über die Atemwege in den menschlichen Organismus.

Hantavirus-Symptome

Eine Infektion mit dem Hantavirus beginnt meist unspezifisch und wird daher oft mit einer schweren Grippe verwechselt. Typische Anzeichen sind plötzliches hohes Fieber, Schüttelfrost sowie Kopf- und Gliederschmerzen.

Ein charakteristisches Warnsignal sind jedoch Schmerzen im Lendenbereich oder im Bauchraum, die auf eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion hinweisen. In schweren Fällen kann die Erkrankung zu akutem Nierenversagen führen, was eine stationäre Behandlung im Krankenhaus unumgänglich macht.

Prävention bei der Kehrwoche

Um das Risiko einer Infektion beim Putzen zu minimieren, ist ein systematisches Vorgehen entscheidend. Der wichtigste Grundsatz lautet: Staubaufwirbelungen vermeiden.

Mäuse im Keller?

Die Einhaltung der Kehrwoche ist für den Erhalt der Bausubstanz und die allgemeine Hygiene sinnvoll. Werden jedoch die genannten Vorsichtsmaßnahmen ignoriert, kann die vermeintliche Sauberkeit teuer mit der eigenen Gesundheit bezahlt werden.

Auf der Innentreppe sollte in der Regel zwar keine Gefahr drohen, wenn keine Mäuse im Haus sind – im Keller kann das aber schon anders aussehen. Ein bewusstes Vorgehen bei der Beseitigung von Mäusehinterlassenschaften schützt effektiv vor den schwerwiegenden Folgen einer Hantavirus-Infektion.