Aus einem Treffer wurden ganz schnell drei - Ermedin Demirovic überzeugte gegen Viking Stavanger auf ganzer Linie.
Von David Scheu, Carlos Ubina, Julian Meier
Der VfB Stuttgart hat zum Champions-League-Auftakt 3:1 gegen Viking Stavanger gespielt. Damit sammelt die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß drei Punkte in der Ligaphase ein. Wir haben alle mindestens zehn Minuten eingesetzten Spieler detailliert bewertet.
Am kommenden Samstag (12. September, 15.30 Uhr, Liveticker) bestreitet der VfB seine nächste Bundesligapartie bei der TSG Hoffenheim.
Fabian Bredlow (Note 2,5): War im ersten Spieldurchgang weitestgehend beschäftigungslos, was für einen Keeper immer eine schwierige Situation ist. War aber da, als er gefordert wurde. Nach der Pause glich sich das Bild für ihn, auch wenn vor seinem Tor etwas mehr los. War nur einmal nicht im Bilde, als Chabot für ihn retten musste.
Finn Jeltsch (Note 3): Viel zu zögerlich in der 22. Minute, kann das Gegentor eigentlich zweimal versuchen zu verhindern, attackierte aber nicht, sondern begleitete nur. Die Zahlen sprachen aber klar für den Youngster, der statistisch gesehen der beste Stuttgarter Verteidiger war und besonders in der Luft bestach (3 von 4 Zweikämpfe gewonnen).
Jeff Chabot (Note 2): Statistisch gesehen nicht sein bestes Spiel für den VfB – aber dennoch war Chabot immer da, wenn er gefragt war und ließ nichts anbrennen. Sein Rücken-Block gegen den Tripic-Knaller in der 55. Minute taucht in keiner Statistik auf, war aber ungemein wichtig. Geradezu eiskalt war seine Kopfball-Rettung für den geschlagenen Bredlow in der 61. Minute.
Maximilian Mittelstädt (Note 2,5): Sollte in seiner Rolle als LIV viel und weit nach vorn schieben, tat das auch beständig. War defensiv aber deswegen nicht nachlässig. Im Gegenteil. Gewann wichtige Zweikämpfe, auch in der Luft. Eine alles in allem tadellose Leistung des Blondschopfs.
Grischa Prömel (Note 3): Wieder mit großem Laufpensum und vielen Ballkontakten. Grischa Prömel schwingt sich dabei mehr und mehr zum Organisator auf. Der Mittelfeldspieler versuchte auch gefährlich in den Strafraum zu kommen. Allerdings ging dem 31-Jährigen die Passgenauigkeit etwas ab.
Angelo Stiller (Note 3): Lieferte sich ein Privatduell mit Tobias Moi. Das kostete Angelo Stiller wohl einiges an Konzentration. Ihm unterliefen zunächst einige Fehler, ehe der Mittelfeldstratege die Führung vorbereitete. Danach lief es besser für den Nationalspieler, der dosiert agierte.
Jamie Leweling (Note 3,5): Der Nationalspieler kehrte in die Startelf zurück. Jamie Leweling hatte auf dem rechten Flügel aber einige unglückliche Szenen. Mit seinen Dribblings kam er nicht richtig durch und die Flanken waren zu oft unpräzise. Vergab nach der Pause gleich die erste Schussmöglichkeit. Nach einer starken Stunde war Dienstschluss für den Außenstürmer, der nicht nachgab.
Bilal El Khannouss (Note 3): Lange nicht so auffällig wie gegen den 1. FC Köln in der Bundesliga. Tauchte vorne auf allen Positionen auf. Manchmal agierte Bilal El Khannouss jedoch zu verspielt. Sein Pass auf Deniz Undav war allerdings sehenswert. (38.). Trat nach dem Seitenwechsel einige Male mit Ball am Fuß an und wurde nur durch Fouls gebremst. Wurde in der 71. Minute ausgewechselt.
Deniz Undav (Note 2,5): Schlich zwischen den Linien der norwegischen Gäste umher. Zunächst wirkte alles etwas behäbig, aber der Pass auf Ermedin Demirovic vor dem 2:1 war fein (26.). Deniz Undav lieferte wenig später auch die Vorarbeit zum nächsten Demirovic-Treffer (32.). Der Angreifer hatte dann selbst noch Torchancen (65./87.).
Chris Führich (Note 3): Auf der linken Seite mit vermehrten Defensivaufgaben, da der VfB hinter Chris Führich eine Dreierkette aufbot. Der Tempodribbler schob die Angriffe aber immer wieder an. Schlenzte einen Freistoß gut über die Mauer – aber auch über das Tor (60.). Blieb auf seiner Seite agil und lauffreudig.
Ermedin Demirovic (Note 1,5): Der Mittelstürmer tat, was er tun musste: Ermedin Demirovic erzielte Tore. Zunächst die Führung aus kurzer Distanz (20.). Auch in seiner - nächsten Aktion war der Bosnier entschlossen und erfolgreich, diesmal zum 2:1 (26.). Und es folgte sein dritter Treffer mit Unterstützung des Viking-Torwarts Arild Östbö (32.). Damit bewies der WM-Teilnehmer eindrucksvoll seine Bedeutung für die Mannschaft.
Dzenan Pejcinovic (Note 3): Kam nach 62 Minuten für Dreifachtorschütze Ermedin Demirovic. War bei seinem ersten Joker-Einsatz im VfB-Trikot bemüht, konnte aber keine Argumente für eine Rückkehr in die Startelf sammeln.
Josha Vagnoman (Note 3): Musste zunächst auf der Ersatzbank Platz nehmen, nachdem er in der Liga zweimal über 90 Minuten zum Einsatz gekommen war. Zeigte nach seiner Einwechslung in der 62. Minute gewohnt starken Offensivdrang, blieb dieses Mal aber torlos. Nach hinten solide.
Ramon Hendriks (Note 3): Ersetze Finn Jeltsch in der Abwehr (71.). Brachte sich gleich mit großem Einsatz ein. Das ist die Stärke von Ramon Hendriks – und mehr war an diesem Abend nicht gefragt.
Leo Sauer (Note 3): Kam für Bilal El Khannouss (71.). Leo Sauer spielte dabei ebenfalls flexibel in der Offensive. Bediente dann Deniz Undav im Strafraum (87.). Das sah schon einmal gut aus.
Ameen Al-Dakhil kam zu spät für eine Bewertung in die Partie.