Eckhard „Ecki" Seeber ist am Montag im Alter von 87 Jahren gestorben – einen Tag vor seinem 88. Geburtstag. Das bestätigte seine Tochter der Deutschen Presse-Agentur aus Ludwigshafen. Mit dem Tod des langjährigen Chauffeurs geht eine Ära zu Ende, die eng mit der Geschichte der Bundesrepublik verwoben ist.
Ein Leben im Dienste der Politik
Rund vier Jahrzehnte lang saß Seeber am Steuer von Helmut Kohl. Der früheren rheinland-pfälzische Ministerpräsident und spätere Bundeskanzler vertraute ihm nicht nur beim Fahren, sondern auch als enger Vertrauter. Die gemeinsamen Wege führten Seeber und Kohl über Millionen von Kilometern um die ganze Welt – mehr als fünf Millionen Kilometer insgesamt. Seeber war der stille Zeuge von Gesprächen, Verhandlungen und Entscheidungen, die die deutsche Politik prägen sollten.
„Der Chef macht die Politik, und ich fahre"
Der langjährige Fahrer beschrieb seine Rolle einmal mit prägnanter Kürze: „Der Chef macht die Politik, und ich fahre." Diese Worte fassen die Bescheidenheit zusammen, mit der Seeber seine Aufgabe erfüllte. Er wusste um die Bedeutung seiner Arbeit, ohne sie zu überschätzen. Nach dem Tod von Kohl im Juni 2017 erwies Seeber seinem früheren Arbeitgeber die letzte Ehre und nahm an einem Gedenkgottesdienst teil – eine letzte Geste der Loyalität nach Jahrzehnten gemeinsamer Zeit.