Baden-Württemberg investiert kräftig in Radwege: 52 neue Projekte sollen das Netz erweitern. Wo wird gebaut?
Baden-Württemberg investiert erneut Millionen in den Ausbau seiner Radwege.
Von Yelin Türk
Das Land Baden-Württemberg plant in diesem Jahr einen weiteren Ausbau seines Radwegenetzes. Wie aus einer aktuellen Mitteilung des Verkehrsministeriums hervorgeht, sind 52 neue Baumaßnahmen mit rund 57 Kilometern an Radwegen vorgesehen. Aktuell befinden sich bereits 17 Radwegeprojekte mit einer Länge von 32 Kilometern im Bau.
Die Baupläne folgen dabei dem Bedarfsplan für Radwege, der seit März 2023 Schritt für Schritt umgesetzt wird. Laut dem Plan sollen bis Ende 2030 Verbesserungen auf insgesamt 860 Kilometern an Radwegen abgeschlossen sein.
Millioneninvestitionen: Neue Radwege entstehen
In diesem Jahr sollen unter anderem Projekte im Ostalbkreis zwischen Pfahlheim und Bergheim und im Kreis Waldshut zwischen dem Schluchsee und Grafenhausen dazukommen. Auch am Stuttgarter Flughafen ist eine Radwegumfahrung geplant. Im Rems-Murr-Kreis wird hingegen das bestehende Radnetz zwischen Hausen und Fornsbach ausgebaut.
Bereits im vergangenen Jahr wurden im Rahmen dieser Bemühungen rund 38 Kilometer an Radwegen neu gebaut oder ausgebaut. Im Kreis Calw führt jetzt zum Beispiel ein rund fünf Kilometer langer Radweg von Sulz am Eck in Richtung Kreis Böblingen. Für dieses und weitere Projekte investierten Bund und Land etwa 36,5 Millionen Euro. Anderorts laufen die Bauarbeiten noch. Zum Beispiel am 1,5 Kilometer langen Radschnellweg zwischen Esslingen und Reichenbach oder im Rhein-Neckar-Kreis am 2,2 Kilometer langen Weg zwischen Heidelberg und Mannheim. Gebaut wird auch an einem fünf Kilometer langen Abschnitt der zukünftigen Radroute Nordwest in Heilbronn.
Verkehrsminister Winfried Hermann betont die positiven Auswirkungen einer verbesserten Radinfrastruktur: „Eine gute Radinfrastruktur verändert, wie wir unser Land erleben: fitter, leiser und mit mehr Lebensqualität.“ Das Fahrrad stehe im Alltag für Mobilität und Freiheit. Konsequent sichere und durchgängige Radwege seien notwendig, so Hermann, damit noch mehr Menschen diese Freiheit erleben könnten.
Ein besonderer Fokus des Bedarfsplans, liegt auf Radschnellverbindungen. Diese sollen direkte Verbindungen über längere Distanzen ermöglichen, mit breiten, komfortablen Wegen und wenigen Unterbrechungen. Laut dem Verkehrsministerium ist Baden-Württemberg hier bundesweiter Vorreiter, mit derzeit 24 in Planung befindlichen Strecken – mehr als in jedem anderen Bundesland. Der Bund unterstützt diese Projekte mit rund 45 Millionen Euro.