Ursache für die Rekordtemperaturen sind laut Copernicus die globale Erwärmung infolge der Verbrennung fossiler Brennstoffe sowie die rasch steigenden Meeresoberflächentemperaturen im äquatorialen Pazifik, die mit einer starken El-Niño-Lage zusammenhängen.
Von Markus Brauer
Der vergangene Monat ist der weltweit wärmste August seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen. Mit einer globalen durchschnittlichen Lufttemperatur von 16,96 Grad Celsius war er zudem der wärmste jemals gemessene Monat - gleichauf mit dem Juli 2023, wie der Klimawandel-Dienst des EU-Programms Copernicus in Bonn mitteilt.
Immer neue Wärmerekorde statt Entwarnung
Im vergangenen Monat erreichten zudem die Weltmeere einen Wärmerekord. Die Meeresoberflächentemperatur lag im Monatsschnitt bei 21,07 Grad, damit wurde der bisherige Höchstwert für August von 20,98 Grad aus dem Jahr 2023 übertroffen. Die Messwerte beziehen sich auf die Meere außerhalb der Polarregionen. Die durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur war gleichauf mit der vom März 2024 die höchste aller betrachteten Kalendermonate.
Ursache für die Rekordtemperaturen sind laut Copernicus die globale Erwärmung infolge der Verbrennung fossiler Brennstoffe sowie die rasch steigenden Meeresoberflächentemperaturen im äquatorialen Pazifik, die mit einer starken El-Niño-Lage zusammenhängen. El Niño ist ein alle paar Jahre natürlich vorkommendes Klimaphänomen, das auch die Wahrscheinlichkeit von Wetterextremen erhöht.
Weltweit war dieser Sommer (Juni, Juli und August) genauso heiß wie der Sommer 2024, der bisherige Rekordhalter. Für Europa war es der drittwärmste Sommer, hinter 2024 und 2022. Westeuropa erlebte den heißesten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen.
„Bemerkenswerter Monat in der globalen Klimageschichte“
„Der August 2026 war ein bemerkenswerter Monat in der globalen Klimageschichte“, sagt Samantha Burgess, strategische Leiterin für Klima bei Copernicus. „Er war sowohl der wärmste August als auch der wärmste jemals aufgezeichnete Monat; die globalen Temperaturen lagen 1,65 Grad über dem vorindustriellen Niveau.“
Zu sehen sei, wie der Klimawandel sowohl in der Atmosphäre als auch in den Ozeanen extreme Entwicklungen vorantreibe. „Die Auswirkungen dieser Bedingungen sind für Gesellschaften, Volkswirtschaften und Ökosysteme überall auf der Welt zunehmend spürbar“, sagte Burgess.
Für Westeuropa wurde in diesem Sommer der bisherige Hitzerekord aus dem Jahr 2003 übertroffen. Die außergewöhnliche Serie extremer Hitze hatte regional bereits im Mai begonnen, auch im vergangenen Monat kam es zu weiteren Hitzewellen. In der Umgebung Europas erreichten die Meeresoberflächentemperaturen im August entlang der Atlantikküste und im westlichen Mittelmeer Rekordwerte.
Schwere Dürrebedingungen, niedrige Wasserstände
Laut Copernicus waren im August weiterhin große Teile von Westeuropa sowie einige Gebiete in Mittel- und Osteuropa von verbreiteter Trockenheit betroffen. Es gab auch zahlreiche große Waldbrände. Schwere Dürrebedingungen seien aus Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Ungarn, Rumänien und Serbien gemeldet worden. Die Wasserstände der großen europäischen Flüsse in den trockenen Regionen waren der Auswertung zufolge außergewöhnlich niedrig, etwa an Rhein und Donau.
Dagegen war es im Westen der Iberischen Halbinsel, im Süden Griechenlands, in der Südtürkei, auf Zypern sowie in Nordosteuropa in diesem Sommer feuchter als der Durchschnitt, so der EU-Klimadienst. Speziell im August war es zudem im Alpenraum und in der Osttürkei feuchter. In mehreren Gebieten führten demnach im letzten Monat starke Niederschläge zu lokalen Überschwemmungen.
Der Klimawandel-Dienst veröffentlicht regelmäßig Daten etwa zur Temperatur an der Erdoberfläche, zur Meereisdecke und zu Niederschlägen. Die Erkenntnisse beruhen auf computergenerierten Analysen, in die Milliarden von Messungen von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und Wetterstationen auf der ganzen Welt einfließen. Die genutzten Daten für die globale durchschnittliche Lufttemperatur gehen zurück bis ins Jahr 1940, teilweise sind auch frühere Daten verfügbar. (mit dpa-Agenturmaterial)
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