Aramco-Hochhaus

Huthis greifen Saudi-Arabien mit Raketen an

Filmen und Fotografieren verboten, aber Augenzeugen zufolge wurde der Wolkenkratzer am Sonntag von einem Geschoss getroffen – mehrere Etagen sind beschädigt.

Huthis greifen Saudi-Arabien mit Raketen an

Aramco-Gebäude vor dem Angriff.

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Bei einem Angriff der jemenitischen Huthi-Miliz auf das Finanzviertel der saudiarabischen Hauptstadt Riad ist nach Angaben von Augenzeugen ein Gebäude des staatlichen Ölkonzerns Aramco beschädigt worden. Der Angriff auf das Finanzviertel könnte zu einer weiteren Eskalation des Konflikts führen, der seit Juli wieder neu aufgeflammt ist.

Den Angaben mehrerer Augenzeugen zufolge wurde der Wolkenkratzer am Sonntag von einem Geschoss getroffen, demnach wurden offenbar mehrere Etagen beschädigt. Die vom Iran unterstützten Huthis hatten bereits mehrfach Einrichtungen des Ölkonzerns ins Visier genommen, darunter auch das Hauptquartier in Dhahran im Westen des Landes.

Eskalation in Saudi-Arabien?

Der Angriff auf das belebte König-Abdullah-Finanzviertel hat nach Einschätzung von Beobachtern eine neue Qualität. Das Hochhausgebiet ist ein Vorzeigeprojekt für den wirtschaftlichen Aufbruch und die Modernisierung des Landes. Es beherbergt neben Büros von heimischen und internationalen Unternehmen wie Goldman Sachs auch den Sitz der Börse und des Staatsfonds des Königreichs. Zudem befinden sich dort Luxus-Geschäfte, Wohnhäuser und Grünanlagen.

Die Angaben der Augenzeugen zu den Schäden konnten zunächst nicht von der Nachrichtenagentur AFP bestätigt werden. Das saudiarabische Innenministerium hat die Bewohner des Landes wiederholt gewarnt, dass es verboten sei, Luftangriffe oder die Luftverteidigung zu filmen oder Aufnahmen von Schäden zu veröffentlichen. Daher lagen von dem Vorfall zunächst kaum Fotos vor.

„Der Vorfall führte dazu, dass herabfallende Granatsplitter kleinere Schäden an dem Gebäude verursachten, glücklicherweise ohne dass es dabei zu Verletzten oder Toten kam“, hieß es in einer Mitteilung des Finanzministeriums.

Huthi-Raketen auf Saudi-Arabien

Die Huthis bekannten sich am Sonntag zu „vier groß angelegten Militäreinsätzen mithilfe mehrerer ballistischer Raketen, Marschflugkörper und Drohnen“, die sich insbesondere gegen den Flughafen von Riad, und „Lagerstätten von Aramco und das Finanzzentrum“ gerichtet hätten. Die Angriffe hätten ihre Ziele erreicht und bedeutende Schäden angerichtet, erklärte die Miliz.

Der Sprecher der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition gegen die Huthis, Turki al-Maliki, hatte zuvor in Onlinediensten erklärt, dass zwei von der Huthi-Miliz auf Riad abgefeuerte Raketen abgefangen worden seien. Die Luftabwehr habe die beiden ballistischen Raketen abgefangen und zerstört.

13 Tote am 10. Oktober

Die vom Iran unterstützten Huthis greifen seit Wochen immer wieder Ziele in Saudi-Arabien an. Bei einem Angriff auf den internationalen Flughafen von Riad waren am 10. Oktober 13 Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt worden.

Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar durch die USA und Israel ist auch der Konflikt im Jemen wieder eskaliert, wo die pro-iranische Huthi-Miliz seit Jahren gegen die Regierung kämpft. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition unterstützt die jemenitischen Regierungstruppen im Kampf gegen die Huthis.

paj/ju

Huthis greifen Saudi-Arabien mit Raketen an

Angriff auf ein Aramco-Öldepot im Oktober.