Eine Studentin bricht sich auf der Hintertreppe eines zwielichtigen Klubs das Genick. Wer hat sie gestoßen? Der Bremer „Tatort“ bringt manch Neues.
Moormann und Schipper bei der Familie des Opfers
Von Tim Schleider
So richtig warm ist man ja über die Jahre noch nicht geworden mit jenem Bremer Ermittlerinnenteam, das sich selbst untereinander nur beim Nachnamen nennt, nämlich „Moormann“ (Jasna Fritzi Bauer) und „Selb“ (Luise Wolfram). Deswegen gönnt ihnen der kleinste ARD-Sender in der neuesten Ausgabe seines „Tatorts“ prompt einen Unterstützer, und das ist optisch auf jeden Fall ein enormer Zugewinn, denn Patrice Schipper vom Kriminaldauerdienst (Tijan Njie) wird nicht umsonst kollegenintern „Prince“ genannt.
Die Handlung des Tatorts „Wenn man nur einen retten könnte“
Mit gebrochenem Genick ist die Jurastudentin Annalena Höpken am unteren Ende einer steilen Nachtklub-Hintertreppe zum Liegen gekommen, nachdem jemand sie oben kräftig in diese Richtung gestoßen haben muss. Die Wohngemeinschaft, der Moormann und Prince die schlimme Nachricht übermitteln, entpuppt sich schon bei den ersten Fangfragen derartig als Fünfer-WG des Grauens, dass man aber auch wirklich jedem dieser überneurotisierten Vollpfosten sofort das Allerschlimmste zutraut.
Aber der Kreis möglicher Verdächtiger ist damit keineswegs erschöpft, denn es gibt auch noch einen Obdachlosen, der wie und wann auch immer in den Besitz des Opfer-Handys gelangt ist. Der Betreiber des Klubs mit der steilen Treppe wiederum scheint auch ein bisschen Zuhälter zu sein. Aufputschzeugs in Pillenform war noch mit im Spiel. Zudem sind Mutter und Schwester des Opfers kräftig neben der Spur.
Die Bremer Ordnungsmacht muss also viele Verhöre führen; dabei gibt es die „Tatort“-üblichen überraschenden Wendungen, aber auch einige schöne Bilder aus dem Ostertor-Viertel und eine Auto-Verfolgungsjagd. Der Anpassungsdruck bei der Polizei an der Weser scheint im übrigen groß: Schon nach kurzer Zeit agiert der schmucke Prince eigentlich genauso penetrant übellaunig wie seine Kolleginnen und Kollegen. Aber tanzen, das kann er wirklich gut. Da würden wir nicht lange Nein sagen.
Die Schauspieler dieses Tatorts
Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer)
Linda Selb (Luise Wolfram)
Patrice Schipper (Tijan Njie)
Mike Hanisch (Niklas Marian Müller)
Hannes Butenbeker (Michael Schweisser)
Gabriele Höpken (Catrin Striebeck)
Betty Höpken ( Mathilda Smidt)
Der Tatort „Wenn man nur einen retten könnte“ in der Mediathek
In der ARD-Mediathek sind alle Tatort-Folgen sechs Monate lang als Stream verfügbar. Aus Jugendschutzgründen kann der Tatort nur zwischen 20 Uhr und 6 Uhr gestreamt werden.
Gleichzeitig zur TV-Ausstrahlung zeigt das Erste den aktuellen Tatort auch als Livestream: Hier geht es zur ardmediathek.de
„Tatort: Wenn man nur einen retten könnte“: ARD, Sonntag, 20.15 Uhr, ARD
Weiterhin nicht glücklich: Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer)
Weiterhin genau: Linda Selb (Luise Wolfram)
Der Neue: Patrice Schipper (Tijan Njie)
Die Gerichtsmedizinerin (Helen Schneider)
Patrice Schipper wird kollegenintern „Prince“ genannt – warum nur?
Schwester und Mutter des Opfers (Mathilda Smidt, links, und Catrin Striebeck
Die Mutter möchte gern in das Wohnmobil – aber warum?
Die Mutter ist im Wohnmobil angekommen...
...und zum Tatort gefahren.
Was hat die Schwester des Opfers mit dem unsympathischen Klubbesitzer (Niklas Marian Müller) zu schaffen?
Und warum steigt sie in fremde Autos?
In der WG des Opfers wird gerätselt.
Hannes (Michael Schweisser) war mit dem Opfer mal liiert.
Karima (Shirin Eissa) hat mit dem Opfer zusammen Jura studiert.
Laslo (Joyce Sanhà) möchte gern das Zimmer des Opfers übernehmen.
Colin (Mitja Over) fühlte sich mit dem Opfer seelenverwandt.
Wie ist der Obdachlose (Robin Bongarts) an das Handy des Opfers gekommem?
Annika Gräslund spielt das Opfer Annalena Höpken...
...und dies ist die Treppe, die ihr zum Verhängnis wurde.