Ein grauer Platz im Norden der Stadt soll ergrünen: Dort entsteht Stuttgarts erster Miniwald. Das Geld dafür kommt von einem Jubilar.
Auf diesem Platz soll bald Stuttgarts erster Miniwald wachsen.
Von Lisa Kutteruf
Stuttgart - Der trichterförmige Platz ist etwa 20 Jahre alt und 2000 Quadratmeter groß. Er ist versiegelt, ungenutzt und leer. Nicht mal einen Namen hat er. Doch nun steht ihm eine große Verwandlung bevor: Auf der Fläche zwischen der Rosenstein- und der Nordbahnhofstraße, zwischen der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter, wird bald Stuttgarts erster Tiny Forest wachsen – ein kühlend-grünes Wäldchen in der Stadt.
Verschiedene heimische Baum- und Straucharten sollen für bessere Luft und Abkühlung im Sommer sorgen, als Rückzugsort für Tiere und Regenwasserspeicher dienen – und den Menschen in der Stadt die Natur näherbringen. Das Konzept stammt aus Japan und wird dort zur schnellen Aufforstung eingesetzt.
Die Firma Stihl finanziert das Projekt. Der Motorsägenhersteller feiert in diesem Jahr 100-jähriges Bestehen und will mit einer Spende von 200.000 Euro „zur nachhaltigen Stadtentwicklung in Stuttgart“ beitragen. Das städtische Garten-, Friedhofs- und Forstamt kümmert sich um die Planung und die Vorbereitung der Fläche.
Die Tiny Group wiederum, ein Unternehmen, das wie Stihl seinen Sitz in Waiblingen hat und über den Stuttgarter Klima-Innovationsfonds gefördert wird, wird die Bäume zusammen mit Stihl pflanzen und pflegen. Stihl will das Projekt wissenschaftlich begleiten lassen, als Pilotprojekt für weitere Tiny Forests weltweit.
Im Juli sollen die Bauarbeiten beginnen, wie jüngst im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik zu erfahren war. Im Oktober sollen die Bäume dann gepflanzt werden. Dabei werden drei zusammenhängende Bereiche entsiegelt, insgesamt eine Fläche von 530 Quadratmetern. Bereits vorhandene Sitzgelegenheiten und eine Tischtennisplatte werden wiederverwendet. Ein Trampelpfad aus Hackschnitzeln wird ins Innere des Waldes führen. Bis es ein richtiges Wäldchen ist, wird es allerdings noch dauern – die Pflanzen müssen erst wachsen.