Zwischen Lob und Kritik

Jan Hofer schreibt bei „Promi Taste“ Geschichte

Zwei Folgen, ein ungewöhnliches Muster: Jan Hofer spaltet die Jury wie kein anderer. Am Ende entscheidet genau das über seinen Verbleib.

Jan Hofer schreibt bei „Promi Taste“ Geschichte

Jan Hofer sorgte bei "Promi Taste" für einen ganz besonderen Moment.

Von Katrin Jokic

Jan Hofer sorgt bei „Promi Taste“ für einen Moment, den es so im „The Taste“-Kosmos bislang noch nicht gegeben hat: Der frühere Nachrichtensprecher erhält in zwei aufeinanderfolgenden Folgen jeweils gleichzeitig einen goldenen und einen roten Stern.

Zwei Sterne – zwei völlig unterschiedliche Urteile

Bereits in Folge 3 deutet sich an, wie polarisiert die Jury auf Hofers Küche reagiert. Im Solokochen bringt er ein Schweinemedaillon mit Morchel, Salbei, Sellerie und Kartoffel auf den Löffel. Vor allem Frank Rosin zeigt sich begeistert. Er lobt den „Mut zum Kochen“ und gibt offen zu, dass ihn der Löffel emotional mitnimmt – der goldene Stern ist die Konsequenz.

Ganz anders bewertet Tim Raue das Gericht. Für ihn ist vor allem das dominante Salbeiblatt ein Fehler. Es passe nicht zum Thema „Wald“ und wirke fehl am Platz. Sein Urteil: roter Stern.

Damit steht Hofer gleichzeitig für zwei gegensätzliche Bewertungen – ein Szenario, das extrem selten vorkommt. Im anschließenden Entscheidungskochen kann er sich jedoch fangen und gemeinsam mit seinem Coach Alexander Herrmann in die nächste Runde retten.

Folge 4: Déjà-vu im Studio

Eine Woche später wiederholt sich das ungewöhnliche Muster. Im Solokochen von Folge 4 serviert Jan Hofer ein Rindertatar mit Maulbeere, Gurke und Granatapfel. Optisch und aromatisch überzeugt der Löffel zunächst: Die Anrichteweise wird gelobt, der Duft als frisch beschrieben. Frank Rosin geht sogar noch weiter und bezeichnet das Gericht als „geilen Löffel“.

Doch erneut gibt es Gegenwind. Alex Kumptner kritisiert vor allem das Tatar selbst. Es wirke leicht angegart und bringe eine Fehlnote mit – ein klarer Kritikpunkt, der in einem Restaurant für ihn sogar ein Grund wäre, das Gericht zurückgehen zu lassen.

Das Ergebnis ist identisch zur Vorwoche: ein goldener Stern von Rosin, ein roter Stern von Kumptner. Damit schreibt Jan Hofer Geschichte bei „Promi Taste“ bzw. beim „The Taste“-Format – zwei Mal hintereinander diese Konstellation hat es zuvor nicht gegeben.

Wer ist Jan Hofer?

Jan Hofer wurde über Jahre als seriöser Nachrichtensprecher der „Tagesschau“ bekannt. Seit seinem Abschied aus den Nachrichten geht er neue Wege und zeigt sich zunehmend in Unterhaltungsformaten. Bei „Promi Taste“ überrascht er viele Zuschauer mit seiner Leidenschaft fürs Kochen und mit der Bereitschaft, sich auch kritischen Urteilen zu stellen.

Sein Auftreten bleibt dabei ruhig und sachlich, fast journalistisch, selbst in stressigen Kochsituationen. Genau dieser Kontrast macht ihn für viele zu einem spannenden Kandidaten.

„Promi Taste“: Kochen unter Hochdruck

Das Format ist eine Promi-Version von „The Taste“. Prominente Kandidaten kochen unter Anleitung erfahrener Coaches – serviert wird ausschließlich auf kleinen Löffeln. Jeder Bissen muss sitzen, Fehler lassen sich kaum kaschieren.

Die Jury entscheidet blind. Das führt regelmäßig zu überraschenden Urteilen – im Fall von Jan Hofer sogar zu komplett gegensätzlichen.

Am Ende reicht es nicht

So bemerkenswert seine Leistung in den beiden Folgen auch ist: Im Entscheidungskochen von Folge 4 kann Jan Hofer nicht mehr überzeugen. Sein Gericht mit Pistazie wird als unausgewogen bewertet, die Säure überdeckt die zentrale Zutat.

Damit endet seine Reise bei „Promi Taste“ – nach einem Auftritt, der vor allem wegen dieser ungewöhnlichen Doppelwertung in Erinnerung bleiben dürfte.