Nach monatelanger Schließung sind die Katakomben von Paris wieder zugänglich. Die Stadt hat das berühmte Beinhaus modernisiert, gesichert und neu inszeniert. Besucher erwartet nun ein verändertes Erlebnis unter der Erde.
Eine Reihe Totenköpfe hängt an einer Wand der Katakomben in Paris.
Von Katrin Jokic
Die Katakomben von Paris sind seit dem 8. April 2026 wieder für Besucher geöffnet. Zuvor war die Anlage mehrere Monate geschlossen, um umfassende Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten durchzuführen.
Ziel der Maßnahmen war es, den Erhalt der historischen Stätte langfristig zu sichern und gleichzeitig den Rundgang für Besucher zu verbessern. Die Katakomben zählen zu den empfindlichsten Sehenswürdigkeiten der Stadt und stehen durch Klima, Feuchtigkeit und Besucherandrang unter dauerhafter Belastung.
Warum die Renovierung notwendig war
Das unterirdische Beinhaus ist ein fragiles System. In den engen Gängen herrscht eine Luftfeuchtigkeit von rund 90 Prozent. Mikroorganismen, Bakterien und Kohlendioxid greifen die Knochen und die Bausubstanz an.
Hinzu kommt der Einfluss der jährlich rund 600.000 Besucher. Auch sie verändern das Klima im Inneren der Anlage. Ohne regelmäßige Eingriffe droht langfristig Schaden an den historischen Strukturen.
Die Stadt Paris startete deshalb bereits 2023 ein umfangreiches Restaurierungsprogramm, das bis 2026 umgesetzt wurde.
Das hat sich konkret verändert
Im Zuge der Arbeiten wurden mehrere Bereiche der Katakomben überarbeitet. Neue Belüftungs- und Luftaufbereitungssysteme stabilisieren das empfindliche Mikroklima. Ziel ist es, die Gebeine und das Gestein langfristig zu schützen.
Eine neue Lichttechnik hebt Details der Knochenwände stärker hervor. Strukturen und Dimensionen der Anlage sind nun besser erkennbar -
Außerdem wurden historische Knochenstrukturen gesichert und teilweise restauriert. Besonders bedeutende Abschnitte wie die „Hague des Martyrs“ wurden überarbeitet.
Neuer Fokus auf das Besuchserlebnis
Neben dem Erhalt der Anlage stand auch das Besuchserlebnis im Mittelpunkt. Die Katakomben sollen nicht nur zugänglich bleiben, sondern die Geschichte stärker vermitteln.
Der Rundgang wurde deshalb neu inszeniert. Über Audioguide und Erzählstationen wird die Entwicklung der Katakomben nachvollziehbar – von ihrer Entstehung im 18. Jahrhundert bis zur heutigen Nutzung als Museum.
Die Grundstruktur der Anlage blieb dabei bewusst unverändert. Die typische, düstere Atmosphäre bleibt erhalten.
Ein historischer Ort unter Druck
Die Katakomben sind nicht nur eine Touristenattraktion, sondern ein sensibles Denkmal. Sie beherbergen die Überreste von mehreren Millionen Menschen und gelten als größtes Beinhaus der Welt.
Entstanden sind sie Ende des 18. Jahrhunderts, als überfüllte Friedhöfe in Paris aus hygienischen Gründen geräumt wurden. Die Gebeine wurden in stillgelegte Steinbrüche verlegt und später zu den heute bekannten Knochenwänden angeordnet.
Fazit
Mit der Wiedereröffnung 2026 präsentiert sich die Anlage technisch erneuert, besser geschützt und stärker inszeniert. Gleichzeitig bleibt der Charakter der Katakomben erhalten: ein stiller, beklemmender Ort, der die Geschichte von Paris auf besondere Weise sichtbar macht. Die Renovierung war notwendig – und dürfte entscheidend dafür sein, dass die Katakomben auch künftig für Besucher zugänglich bleiben.