Studien belegen, dass Konservierungsstoffe in Lebensmitteln das Risiko für Krebs und Diabetes deutlich erhöhen. Besonders Fleischwaren und Soßen sidn betroffen.
Lecker, aber nicht unbedingt gesund: Auslagen in der Wursttheke in einem Supermarkt.
Von Markus Brauer/AFP
Konservierungsstoffe in Lebensmitteln erhöhen zwei französischen Studien zufolge das Risiko, an Krebs oder Diabetes zu erkranken. Für die in den Zeitschriften „British Medical Journal“ und „Nature Communications“ veröffentlichten Studien werteten die Forscher Daten von mehr als 100.000 Menschen über einen Zeitraum von mehreren Jahren aus.
Sorbate, Sulfite und Nitrit
Sie kommen unter anderem zu dem Schluss, dass der Konsum verschiedener Konservierungsstoffe wie Sorbate, Sulfite und Nitrite mit einer höheren Häufigkeit von Krebserkrankungen verbunden ist.
Am deutlichsten ist dies demnach bei Natriumnitrit (E250) der Fall, das für die Konservierung von Fleisch- und Wurstwaren eingesetzt wird und das Risiko von Prostatakrebs um etwa ein Drittel erhöht. Der regelmäßige Konsum von Kaliumsorbat (E202), das etwa in Ketchup und Mayonnaise vorkommt, verdoppelt den Studien zufolge das Diabetesrisiko.
Risiko für Einzelnen ist gering
Dieses Risikoniveau ist auf individueller Ebene relativ gering. Im Vergleich dazu steigert Rauchen das Lungenkrebsrisiko um mehr als das 15-fache. Auf gesamtgesellschaftlicher Ebene bedeutet es jedoch zahlreiche zusätzliche Erkrankungen, da diese Zusatzstoffe in Lebensmitteln weitverbreitet sind.
„Es heißt nicht, dass man gleich Krebs bekommt, wenn man Produkte mit Konservierungsmitteln konsumiert, aber man sollte die Häufigkeit dieses Konsums begrenzen“, sagt die Epidemiologin Mathilde Touvier, die die beiden Studien des Forschungsinstituts Inserm betreut hat. „Die Botschaft an die breite Öffentlichkeit lautet: Im Supermarktregal sollte man die am wenigsten verarbeiteten Lebensmittel bevorzugen“, fügt sie hinzu.
Zuletzt wurden immer mehr Gesundheitsrisiken industriell hergestellter Lebensmittel dokumentiert. Ihre Regulierung scheitert jedoch häufig an politischen Uneinigkeiten. So wurde in Frankreich ein Strategieplan zu Ernährung und Klima im vergangenen Herbst in letzter Minute wegen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Regierung auf die lange Bank geschoben.