Die Piloten und Flugbegleiter der Lufthansa haben sich auf einen Streik verständigt. Auf Fluggäste könnten auch in München große Unannehmlichkeiten zukommen.
Die bisher bekannten Auswirkungen auf den Stuttgarter Flughafen und die Hintergründe des Warnstreiks bei der Lufthansa 2026 im Überblick.
Von David Hahn
Die Lufthansa steht kurz vor dem nächsten Streik. Ist davon auch der Flughafen in München (MUC) betroffen?
Lufthansa: Streik der Piloten und Flugbegleiter 2026
Die Passagiere der Lufthansa müssen am Donnerstag, dem 12. Februar, mit einem ganztägigen Streik der Piloten und Flugbegleiter rechnen. Während die Piloten laut Aufruf der Vereinigung Cockpit für höhere Betriebsrenten streiken, will die Kabinengewerkschaft Ufo einem Sprecher zufolge mit einem Warnstreik Verhandlungen zu verschiedenen Tarifverträgen erzwingen. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Dienstag, dem 10. Februar 2026.
Streik am Flughafen München (MUC)
Bestreikt werden sollen am Donnerstag sämtliche Starts ab Deutschland. Auch Frachtflüge sind im 100. Jubiläumsjahr der Lufthansa betroffen. Nach Angaben der Gewerkschaft Ufo will das Kabinenpersonal unter anderem sämtliche Abflüge der Lufthansa CityLine ab den Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover bestreiken. In der Vergangenheit hatte die Lufthansa bei umfassenden Pilotenstreiks nahezu das komplette Programm im betroffenen Zeitraum abgesagt. Ob Frankfurt, Berlin oder München: Es ist demnach gut möglich, dass Passagiere während des Streiks umplanen müssen und ihre gebuchten Flüge nicht wahrnehmen können.
Welche Flüge sind genau betroffen?
Die Airline prüft laut ihrer Webseite derzeit die Auswirkungen auf den Flugplan. Passagiere sollen automatisch benachrichtigt werden, falls ihr Flug betroffen ist. Lufthansa empfiehlt, vor der Anreise zum Flughafen den aktuellen Flugstatus online zu überprüfen und in den Buchungsdaten eine Mobilfunknummer zu hinterlegen oder eine Travel ID zu erstellen, um wichtige Informationen schnell zu erhalten.
Im Fall einer Annullierung werden Fluggäste laut Lufthansa in der Regel kostenlos und automatisch auf einen anderen Flug umgebucht und per SMS informiert. Alternativ können Reisende ihre Buchung selbst anpassen oder den Lufthansa-Chatbot nutzen. Bei gestrichenen innerdeutschen Flügen sowie Verbindungen zwischen Deutschland und Basel kann das Ticket kostenfrei in eine Fahrkarte der Deutschen Bahn umgewandelt werden, gültig am Ausstellungstag und am Folgetag. Lufthansa verweist zudem auf eine Sonderseite mit weiteren Hinweisen zu kurzfristigen Flugunregelmäßigkeiten sowie auf Informationen zu den Fluggastrechten.
Hintergrund des Streiks 2026
Hinter dem Streik stehen unterschiedliche Forderungen der Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und Ufo: Die Piloten verlangen nach einer bereits im Herbst beschlossenen Urabstimmung höhere Arbeitgeberbeiträge zu Betriebs- und Übergangsrenten. Die Kabinengewerkschaft Ufo will mit einem Warnstreik Tarifverhandlungen bei der Lufthansa-Kerngesellschaft und der Regionaltochter Cityline erzwingen, wo nach Gewerkschaftsangaben rund 800 Arbeitsplätze bedroht sind; gefordert wird ein tariflicher Sozialplan. Ufo wirft dem Vorstand vor, unter dem Schlagwort von „Produktivität“ und „Flexibilität“ tarifliche Verschlechterungen durchzusetzen und Schutzmechanismen für Beschäftigte zu verweigern. Hintergrund ist die Konzernstrategie, mit neuen und günstigeren Flugbetrieben wie City Airlines und Discover zu wachsen, in denen zu niedrigeren Tarifbedingungen geflogen wird. City Airlines, 2024 gegründet, ist inzwischen auch in Frankfurt am Main aktiv, soll dort weiter ausgebaut werden und ist vollständig in den Lufthansa-Flugplan integriert. Für Passagiere ist kaum zu erkennen, mit welcher Gesellschaft sie fliegen, weil City Airlines voll in den Lufthansa-Flugplan integriert ist und auch keine eigenen Tickets verkauft. Ein ähnliches Konzept verfolgt der Konzern bei der Tochter Discover, die auch Fernflüge anbietet. Hier hat die Konkurrenzgewerkschaft Verdi Tarifverträge für Kabine und Cockpit abgeschlossen.
Mit Material der dpa