Bis zu 1,3 Millionen Passagiere tangiert: Eurowings-Verbindungen nach Mallorca und zum spanischen Festland sind aber ausgenommen – AA warnt vor Verspätungen und Ausfällen.
Dem Start von Eurowings-Maschinen Richtung Spanien steht nichts im Weg.
Von Michael Maier
Gute Nachrichten für deutsche Urlauber, die mit Eurowings in den Osterferien nach Spanien reisen: Der große deutsche Ferienflieger ist vom laufenden Streik des dortigen Bodenpersonals vollständig ausgenommen.
Das Unternehmen verfügt auf Mallorca über ein eigenes Handling und arbeitet auf dem spanischen Festland weder mit Groundforce noch mit Menzies zusammen, sondern mit Aviapartner. Somit sind sämtliche Eurowings-Flüge nach Spanien nicht von den aktuellen Problemen betroffen.
Handling-Streik bei Groundforce/Globalia
Am Montag, 30. März 2026, hat das Bodenpersonal des Handling-Unternehmens Groundforce, das zum Mallorca-Konzern Globalia/Air Europa gehört, an den meisten spanischen Flughäfen einen unbefristeten Streik begonnen, wie ein Sprecher des spanienweiten Flughafenbetreibers Aena auf Anfrage bestätigt. Die Auswirkungen seien bis Montagmittag jedoch nicht sonderlich groß gewesen. Gegen Abend rechnen Branchenkenner jedoch mit einzelnen Flugausfällen, da sich die Verspätungen den ganzen Tag über kumulieren.
Indes hat das Auswärtige Amt unter Leitung von CDU-Minister Johann Wadephul sogar eine Warnung für Reisende herausgegeben, die über die Osterfeiertage nach Spanien fliegen möchten.
Der Streik betrifft potenziell wichtige Bereiche der Bodendienste wie Passagierabfertigung, Gepäck, Fracht, Vorfeldbetrieb und weitere Services. Nach Angaben des spanischen Verkehrsministeriums könnten während der Streiktage mehr als eine Million Passagiere betroffen sein, und bis zu 45 Prozent der Flüge nach Mallorca würden in einem extremen Negativ-Szenario ausfallen.
Aiport-Streik in Spanien trifft bis zu 1,3 Mio. Passagiere
Von den Arbeitsniederlegungen sind laut Gewerkschaft CC.OO mindestens folgende Airports betroffen:
In einer Erklärung des Verkehrsministeriums werden zudem Sevilla und Zaragoza erwähnt. Womöglich könnten sich weitere örtliche Belegschaften spontan anschließen.
Handling-Streik unbefristet?
Die Mitarbeiter von Groundforce wollen jeweils montags, mittwochs und freitags zu bestimmten Uhrzeiten ihre Arbeit niederlegen - morgens von 5 bis 7 Uhr, mittags von 11 bis 17 Uhr und abends von 22 bis 24 Uhr. Das soll unbefristet geschehen, solange keine Einigung gefunden wird.
Mindestdienste sichern Flugbetrieb teilweise
Eine Regelung zu gesetzlich vorgeschriebenen Mindestdiensten gilt zunächst bis zum 29. April. Die spanische Regierung hat solche Dienste festgelegt, um den Flugverkehr teilweise aufrechtzuerhalten. Für Inlandsflüge zu den Inseln wie den Kanaren oder Balearen sollen rund 70 bis 80 Prozent der Verbindungen stattfinden.
Bei internationalen Flügen und längeren Strecken innerhalb Spaniens sollen etwa 55 bis 60 Prozent der Flüge durchgeführt werden. Für Kurzstrecken auf dem Festland werden hingegen nur etwa 30 Prozent des normalen Flugangebots abgesichert.
Reisehinweise für Spanien vom Auswärtigen Amt
Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Reisenden dringend, sich vor dem Abflug über den aktuellen Status ihres Flugs zu informieren, bei Fragen direkt die Airline zu kontaktieren und deutlich mehr Zeit am Flughafen einzuplanen. Trotz der Mindestdienste müsse mit erheblichen Verzögerungen bei der Abfertigung, beim Gepäck und bei den Abflügen gerechnet werden. Eine Reisewarnung im eigentlichen Sinn liegt aber nicht vor.
Zurückgehaltene Handling-Löhne?
Hintergrund des Streiks sind laut Gewerkschaften Streitigkeiten über die Einhaltung des Tarifvertrags sowie mutmaßlich zurückgehaltene Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen. Vom Streik betroffen sind laut Verkehrsministerium ebenfalls die Firmen Outsmart Assistance, Totseriman und Azulhandling Spain.
Im Übrigen hatte auch das Handling-Unternehmen Menzies ursprünglich Arbeitsniederlegungen für Ende März und Anfang April angekündigt, diese wurden laut Medienberichten jedoch zunächst vertagt. Auch der Streik bei Groundforce (Globalia/Air Europa) sollte eigentlich verschoben werden, findet nun aber doch ab 30. März statt, wie Aena bestätigt hat. Der Globalia-Konzern unter Leitung von Seniorchef Juan José Hidalgo steht immer wieder in der Kritik von Gewerkschaften und hat neuerdings eine 25-Prozent-Beteiligung von Turkish Airlines.