„Speedweek“

Merkt man den Infrarot-Blitzer?

Merkt man, wenn man geblitzt wird? Pünktlich zum Blitzermarathon 2026 erklären wir, wie die Technik funktioniert und warum es Überraschungen geben kann.

Merkt man den Infrarot-Blitzer?

Moderne Blitzersäulen arbeiten zum Teil mit unsichtbarem Infrarotlicht – nachts reicht das aber nicht immer für Beweisfotos.

Von mic/red

Pünktlich zum Blitzermarathon 2026, der vom 13. bis 19. April als Teil der europaweiten „Speedweek“ in Baden-Württemberg und anderen Bundesländern läuft, stellt sich für viele Autofahrer eine wichtige Frage: Merkt man eigentlich immer, wenn man geblitzt wird? Die kurze Antwort: Nein – und das hat einen technischen Grund.

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Schrecksekunde durch klassischen Blitzer

Wer den grellen Lichtblitz eines klassischen Messgeräts kennt, weiß: Das Erschrecken im Sekundenbruchteil kann selbst zum Sicherheitsrisiko werden, etwa wenn Fahrer reflexartig abbremsen. Diese Kritik hat die Hersteller moderner Blitzanlagen zum Umdenken bewogen.

Infrarot-Blitzer: Unsichtbar und lautlos

Die neue Generation sind sogenannte Schwarzlichtblitzer. Sie arbeiten mit Infrarotlicht, das für das menschliche Auge vollständig unsichtbar ist. Die Technik misst die Geschwindigkeit anhand der Laufzeit ausgesendeter Infrarotimpulse – ohne sichtbaren Blitz. Abhängig vom Modell und Baujahr bemerken Fahrer daher teilweise nicht, dass sie geblitzt wurden. Das erste Zeichen ist dann oft der Bußgeldbescheid im Briefkasten – Wochen später.

Bäcker wurde 42 mal geblitzt

Besonders drastisch illustriert das der Fall eines österreichischen Bäckers, der 42 Mal unbemerkt einen Infrarot-Blitzer auslöste – auch weil er bei Dunkelheit das Temposchild übersehen hatte. Am Ende warteten 3.000 Euro Bußgeld auf ihn.

Einen Nachteil haben Infrarot-Blitzer allerdings für die Behörden: Die schwache Ausleuchtung reicht oft nicht aus, um ein verwertbares Fahrerfoto zu machen, sodass häufig nur das Kennzeichen erfasst wird. In Deutschland sind Schwarzlichtblitzer grundsätzlich zulässig, sofern das jeweilige Gerät die Vorgaben der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) erfüllt.

Kaum wahrnehmbares Rotlicht vom Blitzer

Es gibt auch Rotlichtblitzer, die nur ein relativ schwaches Rotlicht auf die Fahrbahn werden, das kaum auffällt, jedoch für Beweisfotos ausreicht. Lediglich die älteren Modelle haben einen derart starken Flash, dass Fahrer ihn fast immer bemerken – meist ebenfalls mit rötlichem Licht.

Kein Blitz heißt nicht unbedingt nicht geblitzt!

Gerade beim aktuellen Blitzermarathon, an dem sich fast alle Bundesländer beteiligen und bei dem auch mobile Infrarot-Geräte zum Einsatz kommen können, gilt mehr denn je: Wer kein Aufleuchten sieht, darf sich nicht in Sicherheit wiegen. Die einzige verlässliche Strategie bleibt, das Tempolimit einzuhalten – dann ist auch der unsichtbarste Blitzer kein Problem.