Michael Burry, bekannt aus "The Big Short", erwartet keinen sofortigen Crash an den Märkten, sieht aber eine Phase mit starker Dynamik kommen.
Michael Burry warnt vor erhöhter Volatilität nach der aktuellen Rekordrallye. Lesen Sie, welche Risiken und Schutzstrategien Anleger jetzt bedenken sollten.
Von Matthias Kemter
Michael Burry, bekannt aus dem Film "The Big Short", sieht in der jüngsten Rekordrallye der Aktienmärkte keinen unmittelbar bevorstehenden, katastrophalen Absturz. In einem Substack-Thread bezeichnete er ein sogenanntes „Nadel-Top“, einen steilen Anstieg gefolgt von einem sofortigen Einbruch, als eher mythisch bzw. beispiellos in der Marktgeschichte und rechnet stattdessen mit einer Phase starker Volatilität mit neuen Höchstständen, gefolgt von deutlichen Rückgängen.
Hintergrund
Burrys Äußerungen folgten einem Post auf X und Screenshots eines Berichts der US-amerikanischen Investmentfirma BTIG mit dem Titel „Rarefied Air“. Demnach war der S&P 500 binnen 13 Handelstagen um rund 12 % gestiegen und erreichte zuletzt ein Rekordhoch von knapp 7.150 Punkten. BTIG wies zudem darauf hin, dass ein Anstieg von mindestens 3 % über drei aufeinanderfolgende Wochen erst zum dritten Mal seit 1980 auftrat. Der Halbleiterindex SOX lag mehr als 16 % über seinem gleitenden Tagesdurchschnitt. Ein Zustand, der historisch kurzfristig tendenziell bärisch, mittelfristig aber eher bullish wirkte.
Analyse
Aus Burrys Perspektive wäre ein sofortiger, historisch einzigartiger „Nadel-Top“-Crash unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher ist eine wechselhafte Marktphase mit raschen Ausschlägen nach oben und unten. Die technischen Signale, etwa die starke Abweichung des SOX vom Durchschnitt, deuten kurzfristig auf erhöhte Risiken, liefern aber auch Chancen für Erholungen über mehrere Wochen hinweg. Für Anleger bleibt aktives Risikomanagement zentral. Positionsgrößen, Diversifikation und Disziplin beim Rebalancing werden wichtiger als das Hoffen auf ein singuläres, dramatisches Ereignis.
Burrys Profil
Burry hat sich Ende letzten Jahres aus der Verwaltung fremder Vermögen zurückgezogen und investiert seitdem nur noch mit eigenem Kapital, begleitet von Analysen auf Substack. Bekannt wurde er durch das erfolgreiche Shorten der US-Immobilienblase. Seine Rolle wurde im Film "The Big Short" von Christian Bale verkörpert. Zudem ist Burry skeptisch gegenüber der aktuellen Rallye in KI- und Technologieaktien und warnt vor überhöhten Bewertungen, fragwürdiger Bilanzierung, Überinvestition und zirkulären Transaktionen.
Fazit
Michael Burrys Fazit ist nüchtern und ambivalent. Kein Alarm für einen unmittelbar bevorstehenden, historischen Crash, wohl aber eine klare Warnung vor erhöhter Volatilität und selektiven Bewertungsrisiken, besonders in Sektoren wie KI und Halbleitern. Anleger sollten dies als Aufforderung verstehen, Bewertungen kritisch zu prüfen und ihre Risikoexposition entsprechend zu steuern.