Beim Forum der Kulturen geht eine Ära zu Ende. Rolf Graser gibt nach 28 Jahren sein Amt als Geschäftsführer ab. Wer ist seine Nachfolgerin?
Rolf Graser verabschiedet sich in den Ruhestand.
Von Frank Rothfuß
Stuttgart - Es ist ein Kunststück. Und nicht allen gelingt dies. Der rechtzeitige Rückzug von Amt und Würden. Rolf Graser, Jahrgang 1954, hat schon längst das Rentenalter erreicht, im vorigen Jahr hatte er angekündigt: „Es wird Zeit, einen geordneten Übergang zu vollziehen.“ Der soll in diesem Frühjahr stattfinden. Am 1. Februar tritt Alina Papagiannaki-Sönmez als Geschäftsführerin seine Nachfolge beim Forum der Kulturen an.
Papagiannaki-Sönmez ist 1969 in Griechenland geboren worden und lebt seit 1986 in Leimen bei Heidelberg. Dort ist sie unter anderem 2022 für die Bürgerinitiative „Heidelberg in Bewegung“ bei der OB-Wahl angetreten. Zuletzt war sie als Berufsschullehrerin tätig.
Die neue Geschäftsführerin will Menschen mitnehmen
„Alina Papagiannaki-Sönmez hat uns mit ihrer klaren Vision für die Weiterentwicklung des Forums und ihrer konsequent partizipativen Führungshaltung überzeugt“, sagt Sami Aras, der Vorstandsvorsitzende des Forums der Kulturen.
Wie das geschehen soll? Da lässt sich die neue Geschäftsführerin wie folgt zitieren. „Entwicklung gelingt dort, wo Praxisnähe, Verantwortung und Verständlichkeit zusammenkommen. Es geht darum, Menschen mitzunehmen, Botschaften klar zu vermitteln und Strukturen so zu gestalten, dass Teilhabe tatsächlich möglich wird.“
Das Forum der Kulturen ist am 16. Mai 1998 gegründet worden – mit 16 Vereinen und Sami Aras als Erstem Vorstandsvorsitzenden sowie Rolf Graser als Geschäftsführer. Gestartet ist man ehrenamtlich ohne finanzielle Mittel, Projektmittel erhielt der Dachverband erstmals 1999, um das kulturelle Rahmenprogramm der Mittelmeerkonferenz der Europäischen Union auszurichten. Mittlerweile sind 160 Migrantenorganisationen im Forum vereint, mehrere Veranstaltungen richtet das Forum aus. Am publikumswirksamsten ist dabei sicher das Festival der Kulturen auf dem Marktplatz mit Speisen und Musik aus aller Welt. Im Jahr 2025 schauten da 90 000 Menschen vorbei. Das Festival ist Grasers Kind, er wird dabei bleiben und weiter den Kontakt zu den Musikern pflegen und das Programm zusammenstellen.
Wie geht es weiter beim Forum der Kulturen?
Seine Rolle als Geschäftsführer wird er peu a peu übergeben. Bis Ende März behält er die Entscheidungs- und Zeichnungsbefugnis. Die am 1. April dann an Alina Papagiannaki-Sönmez übergeht. Bis zum Herbst wird er seine Nachfolgerin als Berater unterstützen. Im Oktober 2026 wird er dann offiziell verabschiedet. Und dann ist tatsächlich das Kunststück gelungen.