Winterwetter

Nein, in Deutschland droht (vorerst) keine neue Kältewelle

Nach einem eiskalten Jahresbeginn kursieren erneut alarmistische Wetterprognosen – welche Jacke jetzt gebraucht wird.

Nein, in Deutschland droht (vorerst) keine neue Kältewelle

Eisschollen auf der Elbe bei Bad Schandau in Sachsen.

Von Michael Maier

Nach den ungewöhnlich kalten Temperaturen zu Monatsbeginn, die der Deutsche Wetterdienst (DWD) als ausgeprägte Kältewelle mit häufigem Dauerfrost beschrieb, steht Deutschland nun eine Rückkehr zu jahreszeittypischen Werten bevor – aber nicht unbedingt eine neue Extremphase.

Wetter im Januar

Für den Zeitraum vom 16. bis 22. Januar 2026 zeigen die aktuellen Prognosen eine Wetterberuhigung. Ein kräftiges Hoch über Osteuropa sorgt dafür, dass etwas kältere und zunehmend trockene kontinentale Luft nach Deutschland gelangt. Der DWD spricht von „jahreszeitlich typischen Werten“ – nicht von einem neuen Kälteeinbruch.

Normale Temperaturen

Keine besonderen Wettergefahren erwartet

In seiner „Wochenvorhersage Wettergefahren“ sieht der DWD für den genannten Zeitraum keine markanten Kältegefahren voraus. Lediglich im östlichen Bergland, vor allem in Sachsen, kann es am Sonntag und Montag zu stürmischen Böen durch „Böhmischen Wind“ kommen. Von flächendeckendem Dauerfrost, extremen Minustemperaturen oder außergewöhnlichen Schneefällen ist nicht die Rede.

Definition einer Kältewelle

Nach meteorologischen Kriterien spricht man von einer Kältewelle, wenn mehrere Eistage aufeinanderfolgen – also Tage, an denen die Höchsttemperatur unter 0°C bleibt. Da die prognostizierten Tageshöchstwerte in den kommenden Tagen überwiegend im positiven Bereich liegen, handelt es sich nicht um eine neue Kältewelle, sondern um typisches Januarwetter.

Nach einer zuletzt eher milden Phase mag sich der Temperaturabfall subjektiv kälter anfühlen, objektiv betrachtet kehren wir zunächst jedoch lediglich zu normalen Winterbedingungen zurück.

Polarwirbel-Vorhersage 2026

Wer also in nächster Zeit unterwegs ist, sollte sich auf niedrigeTemperaturen und nächtlichen Frost einstellen – die dicke Winterjacke wird wieder benötigt.

Und für Ende Januar sehen einige Wettermodelle tatsächliche wieder frostige Bedingungen voraus. Beobachter sind sich einig, dass es ein harter Winter ist – was auch mit dem Zusammenbruch des Polarwirbels zu tun haben könnte.

Die Gasspeicherstände liegen aktuell nur noch bei 45 Prozent und damit weit niedriger als in den Vorjahren. Man geht aber davon aus, dass LNG-Lieferungen den Bedarf decken können.