Schock bei Babynahrung: Nestlé ruft Beba- und Alfamino-Produkte zurück. Aber Vorsicht, denn die Handelsnamen unterscheiden sich je nach Land.
Die Nestlé-Babymilch wird in jedem Land mit unterschiedlichem Namen gehandelt – selbst zwischen Deutschland und Östereich gibt es teils Unterschiede.
Von Michael Maier
Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé hat am 5. Januar 2026 einen vorsorglichen Rückruf für verschiedene Säuglingsnahrungsprodukte der Marken Beba und Alfamino gestartet. Die Aktion betrifft mehrere in Deutschland sowie anderen Ländern verkaufte Chargen und erfolgt in Abstimmung mit den zuständigen Behörden.
Der Rückruf ist eine Vorsichtsmaßnahme aufgrund des möglichen Vorhandenseins von Cereulid, einem Toxin, das durch den Mikroorganismus Bacillus Cereus produziert wird. Nestlé hat das Toxin in einer Zutat eines Zulieferers gefunden, die in den betroffenen Chargen verwendet wurde.
Weltweiter Nestlé-Rückruf: Wie gefährlich ist Cereulid?
Wichtig zu wissen: Bislang sind keine Erkrankungen oder Symptome im Zusammenhang mit dem Verzehr der betroffenen Produkte bestätigt worden. Dennoch hat sich Nestlé zu diesem Schritt entschlossen, um die Sicherheit der Verbraucher zu gewährleisten.
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Vom Rückruf erfasste Nestlé-Produkte
Zu den in Deutschland kontaminierten Produkten zählen verschiedene Varianten von:
Betroffen sind ausschließlich bestimmte Chargen mit spezifischen Mindesthaltbarkeitsdaten. Die vollständige Liste aller betroffenen Chargen kann auf der Webseite von Nestlé eingesehen werden.
Die Chargennummer und das Mindesthaltbarkeitsdatum finden Verbraucher bei Faltschachteln und Dosen am Boden der Verpackung.
Nestlé-Schock: Was Eltern jetzt tun sollten
Eltern, die eines oder mehrere der betroffenen Produkte mit den entsprechenden Chargennummern gekauft haben, werden gebeten:
Bei gesundheitlichen Bedenken empfiehlt Nestlé, einen Kinderarzt oder eine medizinische Fachkraft aufzusuchen. Alle anderen Nestlé-Produkte sowie andere Chargen derselben Produkte, die nicht von diesem Rückruf betroffen sind, können laut Unternehmen sicher konsumiert werden.
Cereulid in der Babymilch
Cereulid ist ein hitzestabiles emetisches Toxin, das von virulenten Bacillus cereus gebildet wird. Es kann bereits innerhalb von 30 Minuten nach Verzehr Übelkeit und Erbrechen auslösen. Die Beschwerden klingen in der Regel innerhalb weniger Tage von selbst wieder ab. Sehr selten kommt es zu schweren Krankheitsverläufen durch Leber- und Hirnschäden.
Wegen seiner Thermostabilität kann das Toxin Erhitzungsvorgänge bei der Lebensmittelzubereitung überstehen und stellt daher ein potenzielles Problem für die Lebensmittelsicherheit dar. Das sind die betroffenen Chargen und Mindesthaltbarkeitsdaten (ohne Gewähr für Vollständigkeit):
BEBA Pre 800 g-Dose
BEBA Pre 1200 g-Faltschachtel
BEBA Pre 200 ml-Flasche
BEBA Pre 200 ml-TetraPak
BEBA 1 800 g-Dose
BEBA expert HA Pre 550 g-Faltschachtel
BEBA expert HA Pre 200 ml-Flasche
BEBA Comfort+ 500 g-Faltschachtel
BEBA expert Comfort+ 500 g-Faltschachtel
BEBA Comfort+ 26 g-Musterbeutel
BEBA AR 26 g-Musterbeutel
BEBA Frühgeborenennahrung Stufe 2, 90 ml-Flasche
BEBA supreme Pre 800 g-Dose
BEBA supreme Pre 200 ml-Flasche
BEBA supreme Pre 70 ml-Flasche
BEBA supreme 1 800 g-Dose
BEBA supreme 2 800 g-Dose
BEBA supreme 2 200 ml-Flasche
Alfamino 400 g-Dose
Alfamino Junior 400 g-Dose
Nestlé-Kundenservice
Bei allen Fragen zum Rückruf können sich Eltern an den Nestlé Verbraucherservice wenden:
Verwirrspiel um Namen von Nestlé-Babymilch
Der Rückruf betrifft neben Deutschland auch Produkte in anderen europäischen Ländern wie den Niederlanden, Österreich, Dänemark, der Schweiz und Belgien.
Dort werden die identischen Nestlé-Produkte zum Teil unter anderem Namen vertrieben – ein intransparentes Marketing-Spiel, das Profite maximieren soll, die Verbraucher aber verwirren kann. Insgesamt sind deswegen rund 800 Produkte betroffen. Informationen gibt es jeweils auf länderspezifischen Produktseiten. Dieser Artikel ist speziell auf Deutschland fokussiert.