Noch steht kein Termin für Sondierungsgespräche zwischen Grünen und CDU. Aber die ersten Gesprächskanäle scheinen gelegt. Die Grünen geben sich gelassen.
Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir und CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel (re.) am Wahlabend. Nähe oder Distanz?
Von Annika Grah
Nach den harten Worten aus den Reihen der CDU vergangene Woche ist es ein Herantasten: Grüne und CDU sind nach Informationen unserer Zeitung dabei, eine gemeinsame Gesprächsebene für eine mögliche Koalition auszuloten. Dem Vernehmen nach wurden Gespräche zwischen den Spitzenkandidaten Cem Özdemir (Grüne) und Manuel Hagel (CDU) angebahnt. Keine Seite wollte das allerdings offiziell bestätigen. Auch wann es zu einem ersten Treffen zwischen den Sondierungsteams kommen wird, ist weiterhin unklar.
Grüne sehen sich gut aufgestellt
Die Grünen sehen sich bereits gut sortiert für mögliche Gespräche. „Wir haben die vergangenen Tage genutzt, um uns gut vorzubereiten, sowohl personell als auch inhaltlich“, sagte Fraktionschef Andreas Schwarz unserer Zeitung. „Wir sind klar aufgestellt.“ Schwarz gehört neben Cem Özdemir zum Kernverhandlungsteam der Grünen, das sich außerdem aus den beiden Landesvorsitzenden Lena Schwelling und Pascal Haggenmüller zusammensetzt.
Auch in der neuen Landtagsfraktion mischt Özdemir künftig mit. Die neue grüne Landtagsfraktion bestätigte am Dienstag den bisherigen Fraktionsvorstand mit Andreas Schwarz an der Spitze. Özdemir ist als kooptiertes Mitglied im kommissarischen Fraktionsvorstand dabei.
Auf Seiten der CDU ist noch nicht bekannt, wer sich an den Verhandlungstisch setzen könnte. Als sicher gilt, dass CDU-Spitzenkandidat und Landeschef Manuel Hagel und Tobias Vogt an den Verhandlungen teilnehmen, auch der Name des nordbadischen Bezirksvorsitzenden Moritz Oppelt fällt häufig. 2021 führte Innenminister Thomas Strobl die Verhandlungen, an seiner Seite waren Manuel Hagel, der damalige Fraktionschef Wolfgang Reinhart, die heutige Bauministerin Nicole Razavi sowie die Sigmaringer Landrätin Stefanie Bürkle. Dass Bürkle noch einmal eine Rolle spielt, gilt als eher unwahrscheinlich.
Damals hatten sich CDU und Grüne schon drei Tage nach der Wahl zu Sondierungsverhandlungen getroffen. Die Koalitionsverhandlungen hatten Anfang Mai begonnen. CDU-Landeschef Manuel Hagel hatte vergangene Woche betont, es bestehe kein Grund zur Hektik. In den Reihen von Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften wächst allerdings die Ungeduld. Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz betonte: „Wir brauchen eine stabile und verlässliche Regierung.“