Deutsche Bahn AG

Neue Familien-Flatrate: Für 99,99 Euro per ICE in die Ferien

Ab Mitte Juni sind Reisen ans Meer oder in die Berge zum Sonderpreis buchbar.

Neue Familien-Flatrate: Für 99,99 Euro per ICE in die Ferien

Ab in die Ferien mit der ganzen Familie – per Bahn-Flatrate.

Von Thomas Wüpper

Hohe Flugpreise, Kerosin-Engpässe und drohende Annullierungen – keine schöne Aussichten für Urlauber, die mit dem Flieger verreisen wollen. Warum nicht mal gemeinsam mit der Bahn in die Ferien fahren? Ab Mitte Juni sollen bei der Deutschen Bahn AG gemeinsame Zugreisen für die ganze Familie zum einmaligen Pauschalpreis von nur 99,99 Euro buchbar sein. Das Angebot gilt laut DB für die ICE-Fahrten hin und zurück, in allen Bundesländern und im Preis sind die Platzreservierungen bereits enthalten. Weitere Details will der Konzern erst im Juni verraten.

Ein besonderes Pauschalangebot

„Der Familien-Sommerurlaub darf nicht ins Wasser fallen“, betont DB-Chefin Evelyn Palla, die dem größten Staatskonzern seit Oktober leitet. Wie sich die Benzin- und Flugpreise entwickeln, wisse derzeit niemand. Auch die Kosten von Autoreisen seien schwerer kalkulierbar. Man mache allen Familien, die in der aktuellen Krise verunsichert auf die näher rückenden Sommerferien schauen, daher ein besonderes Pauschalangebot. Deutschland brauche jetzt Stabilität und Sicherheit.

Die Urlaubsfamilienflatrate von 99,99 Euro soll für die Sommerferien und bis zu fünf Personen gelten. Wer ein Ticket kauft, kann damit zum Beispiel von Stuttgart oder München an die Ost- und Nordsee oder von Berlin oder Hamburg in die Alpen fahren und damit einiges Geld sparen. „Für die rund 800 Kilometer von Hamburg nach München fallen in einem Familienauto aktuell für eine Hin- und Rückfahrt deutlich über 200 Euro an – also mehr als doppelt so viel wie für die Urlaubsfamilienflatrate“, rechnet der Konzern vor.

Längere Zugfahrten gelten vielen Reisenden als zu teuer und anstrengend. Die neue DB-Spitze will diese Vorurteile abbauen. DB-Chefin Palla will auch in diesem Jahr auf die üblichen Preiserhöhungen im Fernverkehr verzichten. Zudem werden internationale Direktverbindungen gen Italien, Frankreich und Skandinavien ausgebaut, zumeist in Kooperation mit den Staatsbahnen in anderen Ländern.

Mit dem ICE L hat der DB-Konzern zudem einen neuen komfortablen Reisezug angeschafft, der bereits attraktive Ferienziele ansteuert und ab Sommer 2028 täglich auch von Berlin und Hamburg direkt über Kopenhagen, Malmö und Göteborg erstmals bis nach Oslo fahren soll. Damit wird die DB in Kooperation mit der norwegischen Vy und der dänischen DSB eine der längsten Bahnverbindungen durch Europa schaffen. Zwei tägliche Zugpaare (Hin- und Rückfahrt) sind geplant, die Fahrt von Berlin nach Oslo soll 14 bis 15 Stunden dauern. Die Verbindung zählt zu den zehn von der EU-Kommission unterstützten Pilotprojekten für grenzüberschreitende Bahnfahrten.

Alternative zum Auto – mit Sonderangeboten

Mit den Sonderangeboten will der Konzern die Zugreise als Alternative zum Auto oder Flieger wieder beliebter machen. Seit Jahren stagniert der Anteil der Bahn bei Urlaubsreisen bei nur noch 5 bis 6 Prozent. Die vielen Berichte über Verspätungen und andere Betriebsprobleme bis hin zur teils maroden Infrastruktur schrecken potenzielle Kunden ab, obwohl es auch zahlreiche Verbesserungen gibt und die ICE-Flotte für Milliardensummen modernisiert wurde. Der DB Fernverkehr schreibt auch deshalb hohe Verluste.

Zudem hat die stark gewachsene ICE-Flotte von mehr als 400 Zügen anhaltende Probleme bei der Auslastung, die unter dem Ziel von deutlich über 50 Prozent liegt. Mit zahlreichen Rabatt- und Werbeaktionen will der Konzern die Kennzahlen verbessern. Die Sonderangebote führen allerdings kurzfristig nicht zu besseren Renditen und verbessern die Ertragslage nur, wenn es gelingt, neue Kunden dauerhaft für die Bahn zu gewinnen.