Nick Woltemade und die fußballerische Nulldiät

Bankdrücker, Tor-Flaute – und auch WM-Sorgen? Der ehemalige VfB-Stürmer hat in Newcastle einen schweren Stand.

Von Florian KREBL

Newcastle - Für ein Werbevideo mampft sich Nick Woltemade dieser Tage durch die fleischlosen Stadionsnacks im St. James’ Park. Erst scharfer Blumenkohl, dann typisch englischer Pie und herzhaftes Curry. „Seitdem ich vegan esse, geht meine Karriere...“, sagt der deutsche Nationalstürmer von Newcastle United und macht mit der flachen Hand eine „Steil bergauf“-Geste.

In den vergangenen Wochen ist da aber dieses Hungergefühl, das Woltemade nicht einfach mit „Loaded Fries“ an den Fressbuden der Magpies-Arena stillen kann. Der 23-Jährige lechzt nach Toren, hat seit nun neun Pflichtspielen nicht getroffen und kommt folglich öfter von der Bank. Es ist eine Durststrecke, die auch mit Blick auf Woltemades Rolle als Nummer eins im deutschen Sturm bei der WM relevant werden könnte.

Seinem Vereinstrainer macht Woltemades fußballerische Nulldiät noch keine allzu großen Sorgen. „Nick spielt gut, es gibt keine Probleme mit seinen allgemeinen Leistungen“, sagte Eddie Howe kürzlich. Und trotzdem setzte der Coach in den jüngsten beiden Partien zu Anfang auf Yoane Wissa im Sturmzentrum. Auch am Sonntag in der Premier League beim 0:2 gegen Aston Villa kam Woltemade erst in der 62. Minute – und blieb dann blass. „Er konnte während seiner Zeit auf dem Spielfeld keinerlei Gefahr ausstrahlen“, urteilte „The Northern Echo“, auch die BBC befand kürzlich, Woltemades Torkrise gebe „zunehmend Anlass zur Sorge“. Nach dem tollen Start in Newcastle, als er nach dem 75 Millionen Euro schweren Wechsel vom VfB Stuttgart in seinen ersten acht Spielen gleich fünf Treffer erzielte, muss er sich aus diesem Tief schnellstmöglich herausarbeiten.

Und was die Nationalelf betrifft? Bundestrainer Julian Nagelsmann dürfte nicht vergessen haben, wer Deutschland mit vier Toren in den letzten drei Quali-Spielen zur WM geschossen hat: Woltemade Nimmersatt.