Das Magazin „Bunte“ nimmt Stuttgarts OB Frank Nopper ins Visier und erklärt ihn zum „Absteiger der Woche“.
Von Uwe Bogen
Stuttgart - Ein klassisches Nachrichten- oder Politikmagazin ist die „Bunte“ nicht. Wenn Politiker dort vorkommen, dann meist nicht wegen ihrer Sachpolitik, sondern weil sie als Personen des öffentlichen Lebens für eine gesellschaftliche oder emotionale Erzählung taugen. Entsprechend werden komplexe Zusammenhänge – etwa kommunale Finanzen oder Branchenkrisen – stark vereinfacht und personalisiert.
Das hat nun den Stuttgarter Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) getroffen – und zwar empfindlich. Normalerweise dürfte sich Nopper über bundesweite Aufmerksamkeit für sich und seine Stadt freuen. Doch was die „Bunte“ über ihn schreibt, löst bei ihm wenig Begeisterung aus.
Das Magazin kürt den Rathauschef im „Bunte-Barometer“ zum „Absteiger der Woche“ und platziert ihn dabei auf derselben Seite wie Axel Fischer, den wegen Korruptionsvorwürfen angeklagten früheren CDU-Bundestagsabgeordneten, sowie Brooklyn Beckham, der seine berühmten Eltern Victoria und David Beckham auf Instagram sehr medienwirksam blockiert hat.
Zur Begründung schreibt die „Bunte“, der Stuttgarter OB müsse einen Milliardenkredit aufnehmen, Stuttgart stehe „vor der Pleite“. Für das laufende Jahr werde ein Defizit von rund 785 Millionen Euro erwartet. Als Hauptursache nennt das Magazin die Krise bei Mercedes-Benz und Porsche, die sich massiv auf die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt auswirke.
Frank Nopper ist not amused. Fair gehe anders. „Es ist auch noch falsch“, sagt der OB auf Anfrage, „wir stehen nicht vor der Pleite, sondern sind als Stadt in unserer Manövrierfähigkeit eingeschränkt.“ Es ärgert ihn, dass er den Kopf für die Krise der Autobranche hinhalten muss. „Denn darauf habe ich keinen direkten Einfluss.“ Dies habe er auch nicht auf die herausragenden Gewerbesteuerergebnisse der Vorjahre gehabt, bemerkt Nopper spitz, „in denen ich damals – völlig zu Recht – nicht als Aufsteiger erwähnt wurde“.
Die beiden anderen auf der Magazinseite genannten „Absteiger“ hätten dagegen durchaus Einfluss auf das Geschehen gehabt: auf ihr Nichterscheinen vor Gericht beziehungsweise auf die Blockade der eigenen Eltern auf Instagram.