Eine Rap-Formation hat Noppers wilde Stuttgart-Vergleiche mit San Franciscos Silicon Valley zu einem Hit gemacht.
Von Eberhard Wein
Stuttgart - Bei manchem rollen sich noch die Fußnägel nach oben, wenn sie an Frank Noppers Grußwort beim CDU-Parteitag im Februar denken. Mit gewagten Vergleichen versuchte Stuttgarts Oberbürgermeister, die Landeshauptstadt ins rechte Licht zu rücken. Stuttgart sei die Verbindung von Spätzle und Spitzentechnologie. Die Grabkapelle auf dem Württemberg sei das „deutsche Taj Mahal“ und gewiss werde man kein zweites Detroit werden, sondern ein „schwäbisches San Francisco“. Hügel gebe es schon, Cable Cars hießen in Stuttgart Zacke.
Im Netz fanden viele die Lobeshymne „zum Fremdschämen“, „peinlich“ oder schlicht auf Neudeutsch „cringe“, sprich: schauderhaft. Doch da kann sich Nopper jetzt rehabilitiert fühlen. Seine Liebeserklärung hat das aufstrebende Böblinger Hip-Hop Kollektiv „Junge Arbeiter“ zu einem neuen, vielfach geklickten Stuttgart-Song animiert. Und dieser Track ballert.
Im Video kommt der OB nur verpixelt vor, aber seine Kernbotschaft darf er gleich am Anfang – von orientalischen Beats unterlegt – anbringen. „Stuttgart ist die Geburtsstadt der ersten, der besten, der innovativsten“ Automobile und die Heimat „des deutschen Fußball-Pokalsiegers“, ist Nopper zu hören. Dann fügen die „Jungen Arbeiter“ hinzu, was sie am Kessel schätzen: Stiller und Undav zum Beispiel, die „vielen Blitzer“, die Nilgänse und „aus Deutschland die allerschönsten Frauen“. Weniger gut finden sie, dass sie in Stuttgart nicht in die Disco kommen. Für die Böblinger „Hoodstars“ ist das ein großes Thema. Wobei: „Disco“ reimt sich auch auf San Francisco.
„Junge Arbeiter feat. OB Nopper“ haben jedenfalls gute Chancen, die Charts zu stürmen – oder wenigstens eine neue Stuttgarter Hymne geschaffen zu haben.