Zum Ende einer desaströsen Saison verliert Chelsea das Pokalfinale und verpasst womöglich die Europa League. Die Trainerlösung macht Hoffnung. Aber bekommt Xabi Alonso mehr Zeit als seine Vorgänger?
Xabi Alonso ist der neue Hoffnungsträger beim FC Chelsea. (Archivbild)
Von dpa
London - Der Frust über die nächste große Niederlage hatte sich kaum entladen, da überraschte der FC Chelsea mit einem Trainer-Coup. Einen Tag nach dem verlorenen Pokalfinale gegen Manchester City machte der Londoner Club die Verpflichtung von Xabi Alonso öffentlich - und weckte damit auch die Hoffnung auf deutlich bessere Zeiten im Westen Londons.
"Nach meinen Gesprächen mit der Klubführung und der sportlichen Leitung ist klar, dass wir dieselben Ziele verfolgen", sagte Alonso. "Wir wollen eine Mannschaft aufbauen, die dauerhaft auf höchstem Niveau konkurriert und um Titel kämpft." Alonsos Vertrag läuft bis Mitte 2030, am 1. Juli tritt der Spanier sein Amt an.
Ob Leverkusens Meistermacher in London wirklich vier Jahre Zeit bekommt, bleibt abzuwarten. Die Chelsea-Inhaber um Todd Boehly sind nicht gerade für ihre Geduld bekannt. Seitdem Champions-League- und Weltpokal-Sieger Thomas Tuchel im September 2022 geschasst wurde, verschliss Chelsea sieben Trainer. Beim 0:1 gegen City stand Interimstrainer Calum McFarlane in der Verantwortung.
Leverkusens Meistermacher soll Erfolg zurückbringen
Doch er verpasste es, eine desaströse Saison mit drei Trainerwechseln relativ versöhnlich abzuschließen. Mit einem Sieg im ältesten Pokalwettbewerb der Welt hätte sich Chelsea immerhin die Teilnahme an der Europa League sichern können. Über die Liga ist diese kaum noch zu erreichen.
Unter Alonso soll nun alles besser werden. Stichwort: Leverkusen. Der 44-Jährige führte Bayer zur ersten Meisterschaft der Vereinsgeschichte, blieb dabei ungeschlagen, gewann zudem den DFB-Pokal und erreichte das Finale der Europa League. Nun soll er nach chaotischen Jahren an der Stamford Bridge die Blues zurück zum Erfolg führen. Mitte Januar war Alonso bei Real Madrid freigestellt worden.
Chelsea zuletzt im freien Fall
In der Premier League kassierte Chelsea zuletzt erstmals seit 1993 sechs Niederlagen nacheinander - mit 1:14 Toren, bevor das Team ein 1:1 gegen den strauchelnden FC Liverpool erkämpfte. In Anfield wird man den Alonso-Deal bedauern. Liverpool-Trainer Arne Slot steht schon länger in der Kritik. Viele Fans hätten gern gesehen, dass Alonso, der von 2004 bis 2009 für die Reds spielte, ihn ablöst.
In den zwei verbleibenden Liga-Spielen unter McFarlane hat Chelsea noch eine kleine Chance, sich für die Europa League zu qualifizieren. Weil Manchester City schon sicher in der Königsklasse spielt, wird der Europa-League-Startplatz des Pokalsiegers über die Tabelle vergeben und schon Platz sieben würde zur Teilnahme berechtigen. Chelsea hat vier Punkte Rückstand auf den Siebten Brighton, muss auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen und selbst zweimal gewinnen.
Manchester Citys Abdukodir Khusanov (oben) und Chelseas Joao Pedro kämpfen um den Ball.
Manchester City gewann das Pokalfinale mit 1:0.