Oper in die Region: Öfter mal was Altes
Von Jörg Nauke
Bisher war davon auszugehen, dass vor der Landtagswahl kein neues Fass in Sachen Opernsanierung aufgemacht wird. Daraus ist nun nichts geworden. Denn mit dem Stuttgarter Frank Nopper und dem Ludwigsburger Matthias Knecht gehen zwei Oberbürgermeister davon aus, die Planungen für die Interimsspielstätte am Nordbahnhof selbst nach unzähligen Suchläufen, Diskussionen und einem Vorprojektbeschluss über den Haufen werfen zu können – und das mithilfe eines abgehangenen Alternativvorschlags. Die Idee, das weltberühmte Ballett und die nicht minder erfolgreiche Oper für Jahre über die Stadtgrenze zu verbannen, ist nicht nur ein alter Hut, sondern wurde auch längst wegen der fehlenden Infrastruktur für untauglich erklärt. Man muss sich nicht wundern, dass Fertigstellungstermine bei öffentlichen Bauten nicht eingehalten werden, wenn Politiker glauben, ständig in laufende Prozesse grätschen zu müssen.
Die Projektgesellschaft ist lange dabei, Flächen des Interimsbaus zu reduzieren und damit die Kosten zu senken. OB Nopper will sich noch mehr finanziellen Spielraum verschaffen, würde aber mit dem Umzug in die Provinz die Hochkultur ins Messer laufen lassen. Wie wollte er erklären, dass er den Betrieb der Staatstheater mitfinanziert, die Musik aber in Ludwigsburg spielt? Seinem Amtskollegen dürfte es primär nicht um die Kunst gehen, sondern darum, sich die Sanierung des Forums subventionieren zu lassen.