Landtagswahl in Baden-Württemberg

Partei der Rentner fordert Mindestrente von 1.300 Euro

Die Partei der Rentner möchte eine Mindestrente von 1.300 Euro und das Rentensystem reformieren. Kann sie mit ihrem Programm bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg punkten?

Partei der Rentner fordert Mindestrente von 1.300 Euro

Im Zentrum der Forderungen der Partei der Rentner steht die Verbesserung der Lebenssituation älterer Menschen. (Symbolbild)

Von Janina Link

Im Vorfeld der Landtagswahl in Baden-Württemberg versuchen neben den etablierten Parteien auch kleinere politische Gruppierungen, mit spezifischen Themen und neuen Ideen, Wählerinnen und Wähler zu erreichen. Eine dieser Parteien ist die Partei der Rentner (PdR), die besonders die Interessen älterer Menschen in den Mittelpunkt ihrer Politik stellt.

Die Partei wurde im Jahr 2023 in Tübingen gegründet und gehört damit zu den jüngeren politischen Akteuren in Deutschland. Nach Angaben der Partei existieren inzwischen Landesverbände in mehreren Bundesländern, darunter Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen. An Landtags- oder Bundestagswahlen hat die PdR bislang noch nicht teilgenommen.

PdR will Altersarmut bekämpfen

Politisch versteht sie sich selbst als Partei der Mitte. Sie argumentiert, dass sich immer mehr Bürgerinnen und Bürger von den etablierten Parteien nicht ausreichend repräsentiert fühlen – eine Lücke, die die PdR nach eigenen Angaben schließen möchte.

Inhaltlich konzentriert sich die Partei vor allem auf Themen der sozialen Sicherheit, insbesondere auf die Zukunft des Rentensystems. Ein zentrales Anliegen der PdR ist es, die Lebensbedingungen von Rentnern zu verbessern und Altersarmut zu verhindern. Die Partei fordert unter anderem die Einführung einer Mindestrente von 1.300 Euro pro Monat für alle Bürger. Außerdem will sie das umlagefinanzierte Rentensystem nach schwedischem Vorbild um einen kapitalgedeckten Anteil ergänzen. Zudem sollen künftig auch Beamte, Selbstständige und Politiker in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.

Der Landesverband der Partei in Baden-Württemberg wurde nach Angaben der PdR im Jahr 2025 gegründet. Vorsitzender ist Volker Rudolph. Die Partei zählt im Land derzeit rund 185 Mitglieder. Bei der Landtagswahl 2021 war die PdR noch nicht vertreten. Für die kommende Wahl stellt sie jedoch Kandidierende in fünf Wahlkreisen auf, zusätzlich umfasst die Landesliste fünf Personen.

Direkte Demokratie und Grundfreibetrag: PdR fordert Reformen

Neben rentenpolitischen Themen enthält das Parteiprogramm der PdR weitere sozial- und gesellschaftspolitische Forderungen. Dazu zählt ein steuerlicher Grundfreibetrag von jährlich 15.600 Euro für alle Bürgerinnen und Bürger. Die Partei spricht sich außerdem für mehr direkte Demokratie aus und fordert Volksabstimmungen auf allen politischen Ebenen.

Auch ein digitaler Volksentscheid gehört zu den Ideen der PdR. Darüber hinaus setzt sie sich für bezahlbaren Wohnraum als Grundrecht, eine umfassende Reform der Pflege sowie mehr Transparenz bei den Finanzausgaben des Landes ein.

Zusätzlich setzt sich die Partei für eine gezielte Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland ein und fordert steuerliche Erleichterungen für selbst genutztes Wohneigentum. Ob es der noch jungen Partei gelingen wird, sich bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg erstmals politisch stärker zu etablieren, wird sich am Wahltag zeigen.