Bislang besteht der Vorstand von Porsche aus acht Ressorts, künftig nur noch aus sieben. Was sich beim Stuttgarter Sportwagenhersteller im Sommer genau ändert.
Das Ressort von Sajjad Khan bei Porsche wird aufgelöst.
Von Rouven Spindler
Porsche löst Car-IT als eigenständiges Ressort auf und integriert es zum 1. Juli in den Bereich Forschung und Entwicklung. Das gab der Stuttgarter Sportwagenhersteller am Donnerstag bekannt. Sajjad Khan scheidet somit bald aus dem noch achtköpfigen Vorstand aus und wird zukünftig in anderer Form an Themen der Car-IT für Porsche arbeiten.
„Porsche befindet sich in einer herausfordernden Phase der Transformation. Wir müssen das Unternehmen neu ausrichten und passen die Strukturen unter der Führung von Dr. Michael Leiters konsequent der neuen Zeit an – auch im Vorstand“, wird der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Porsche in der Mitteilung des Unternehmens zitiert, der sich bei Sajjad Khan bedanke. „Auch in Zukunft profitieren wir von seiner fachlichen Expertise und Kenntnis unserer Strukturen“, so Porsche weiter. Wie das Unternehmen schreibt, soll er sein Know-how zukünftig im Rahmen eines Software-Partnerschaftsmodells einbringen. Er stehe Porsche also auch in Zukunft für die Entwicklung der Car-IT zur Verfügung.
Porsche verschlankt seinen Vorstand
„Ich bin stolz darauf, was wir als Team in den vergangenen zweieinhalb Jahren bewegt haben. In einem sich permanent wandelnden Marktumfeld ist es aber zwingend notwendig, Strukturen und Prozesse fortlaufend zu überprüfen und anzupassen“, heißt es vonseiten Khans, aus dessen Sicht man „das hohe Tempo der Transformation“ nur so mitgehen kann. „Die hervorragenden Engineering-Kompetenzen von Porsche in Kombination mit einer agilen, ergebnisorientierten Software-Entwicklung bilden eine hervorragende Grundlage für die künftige Entwicklung von Softwarekomponenten“, blickt er voraus.
Porsche-Vorstand war zuvor bei Mercedes-Benz
Kahn arbeitete zuvor beim Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz und war dort der geistige Vater des viel gelobten Infotainment-Bordsystems MBUX. Seit 2023 ist er Teil des Porsche-Vorstands. Unter dem 52-Jährigen hat der Sportwagenhersteller aus Zuffenhausen „die Driver Experience – Konnektivität und Infotainment – seiner Modellpalette massiv vorangetrieben und ein neues, verbessertes Nutzererlebnis geschaffen“, teilt Porsche mit.
Auch habe in dieser Zeit mit dem Elektro-Cayenne die neue Designsprache Porsche Digital Interaction Einzug gehalten, die intelligente Software und fortschrittliche Hardware zu einem nahtlosen, personalisierten und vernetzten Fahrerlebnis verbinde. „Diese Philosophie und Bedienlogik wird nun auf weitere Modellreihen ausgerollt – bis hin zu eigenen Versionen für den chinesischen Markt“, heißt es weiter. Die würden an Porsches Forschungs- und Entwicklungsstandort Shanghai entwickelt.
Unter anderem die Rückgänge auf dem chinesischen Markt trugen 2025 im Vergleich zum Jahr davor zu einem Gewinneinbruch von 98 Prozent im Autogeschäft bei. Porsche befindet sich somit inmitten einer tiefen Krise. Auch im ersten Quartal dieses Jahres ging der Gewinn zurück, doch Porsche rechnet 2026 mit einer etwas besseren Lage.
Im Sommer verschlankt der Sportwagenbauer seinen Vorstand dann von acht auf sieben Ressorts. Khan wird den noch bestehenden Bereich laut Porsche bis zum 19. Juni führen, ab Juli wandert die Car-IT dann in das Ressort Forschung und Entwicklung. Das steht weiterhin unter der Leitung von Vorstand Michael Steiner, der zugleich Stellvertreter von Porsche-Chef Michael Leiters ist.