Ein eskalierter Streit um die Führung einer Hilfsorganisation mündet nun in einer Klage gegen ihren prominentesten Mitgründer.
Dieses Archivbild vom 26.02.26 zeigt Prinz Harry, den Herzog von Sussex, der von der Wohltätigkeitsorganisation Sentebale wegen Verleumdung verklagt wird, wie aus Unterlagen des High Court hervorgeht.
Von Katrin Jokic
Die von Prinz Harry mitgegründete Hilfsorganisation Sentebale hat Klage gegen den Herzog von Sussex eingereicht. Demnach wird ihm Verleumdung vorgeworfen. Das bestätigte ein Sprecher der Organisation, die sich für benachteiligte junge Menschen im südlichen Afrika einsetzt.
Hintergrund der Klage sei eine angebliche „negative Medienkampagne“, die laut Sentebale zu Störungen der Arbeit sowie zu „Rufschädigung“ für die Organisation und ihre Führung geführt habe. Neben Prinz Harry ist auch der frühere Treuhänder Mark Dyer als Beklagter aufgeführt. Beide weisen die Vorwürfe entschieden zurück. In einer Stellungnahme heißt es, man lehne die „beleidigenden und schädigenden Anschuldigungen kategorisch ab“.
Aus Gerichtsunterlagen geht hervor, dass die Klage am 24. März eingereicht wurde und sich auf „Diffamierung – Verleumdung und üble Nachrede“ (defamation - libel and slander) bezieht. Die Organisation strebt nach eigenen Angaben ein Eingreifen des Gerichts an, um sich gegen koordinierte mediale Angriffe zu schützen und entstandene Schäden auszugleichen. Die Prozesskosten würden vollständig durch externe Mittel gedeckt, nicht aus Spendengeldern.
Der Konflikt ist Teil eines seit längerem schwelenden Streits über die Führung der Organisation. Prinz Harry hatte Sentebale bereits im vergangenen Jahr im Zuge dieser Auseinandersetzungen verlassen. Auch Mitgründer Prinz Seeiso sowie mehrere weitere Treuhänder traten im März 2025 zurück. Anlass war ein eskalierter Konflikt mit der Vorsitzenden Sophie Chandauka.
Berichten zufolge hatten finanzielle Probleme und Differenzen über Fundraising-Strategien die Spannungen innerhalb der Organisation verschärft. Beide Seiten erhoben gegenseitig Vorwürfe, was schließlich auch eine Untersuchung durch die britische Charity Commission nach sich zog.
Die Aufsichtsbehörde kam im August 2025 zu dem Schluss, dass alle Beteiligten eine Mitschuld tragen. Zugleich kritisierte sie, dass der Streit öffentlich ausgetragen worden sei und dadurch dem Ansehen der Organisation geschadet habe. Dies habe die Arbeit von Sentebale gefährdet und drohe, die eigentlichen Ziele der Stiftung zu überlagern.
Sentebale wurde 2006 von Prinz Harry in Gedenken an seine Mutter, Prinzessin Diana, gegründet. Die Organisation unterstützt insbesondere junge Menschen in Botswana und Lesotho, darunter viele, die mit HIV oder Aids leben.
Trotz der aktuellen Auseinandersetzung hatte Prinz Harry die Organisation zuletzt noch finanziell unterstützt. So spendete er rund 1,2 Millionen Pfund aus den Einnahmen seiner Autobiografie „Spare“. Seinen Rückzug aus der Stiftung bezeichnete er damals als „verheerend“.