Tennis in Stuttgart

Regen satt: Der Freitag fällt ins Wasser – fast

Fast fünf Stunden lang geht auf dem Weissenhof nichts – der Regen! Dann wird Tennis gespielt: Der Vorjahressieger ist auf dem Weg zur Titelverteidigung.

Regen satt: Der Freitag fällt ins Wasser – fast

Halbfinaleinzug auf einem Nebenplatz: Alexander Bublik, Weltranglisten-Elfter, am verregneten Freitag in Stuttgart.

Von Marco Seliger

Das Bild am Freitag war ein tristes auf dem Weissenhof. Regen satt gab es auf dem Killesberg bei den Boss Open, sodass die ersten Partien auf dem Centre Court und einem Nebenplatz nicht wie geplant um 11 Uhr, sondern erst nachmittags um kurz vor 16 Uhr beginnen konnten. Wegen des Regens waren vorher schon zwei Partien vom Hauptplatz auf einen der Nebenplätze verlegt worden – die Veranstalter hatten dabei den Zeitplan im Blick, der ansonsten noch mehr durcheinandergeraten wäre.

Bis zum frühen Abend jedenfalls stand erst ein Halbfinalist fest. Der kasachische Weltranglisten-Elfte Alexander Bublik gewann sein Viertelfinale gegen den Franzosen Giovanni Mpetshi Perricard mit 7:6 (7:5), 7:6 (7:3). Später am Abend zog dann Taylor Fritz nach – der Titelverteidiger aus den USA bezwang den Italiener Mattia Bellucci in drei hart umkämpften Sätzen mit 5:7, 7:5, 7:5. Fritz hatte das Vorjahresfinale in Stuttgart gegen Alexander Zverev gewonnen.

Der an Nummer vier gesetzte Tscheche Jiri Lehecka setzte sich am Freitag schließlich in seinem Viertelfinale mit 6:4, 7:6 (7:4) gegen den US-Amerikaner Frances Tiafoe durch – wie Bublik zuvor auf dem Nebenplatz.

Regen ist Gift für Rasentennis

Auf der Anlage hatten die Zuschauer vorher am Freitagmittag stundenlang unter ihren Regenschirmen ausgeharrt oder Unterschlupf unter einem der vielen Dächer der Verkaufs- und Sponsorenstände gesucht. Selbst als die Spiele liefen, mussten sie immer wieder kurz unterbrochen werden – denn schon wenige Regentropfen bedeuten für ein Rasenturnier pures Gift. Die Rutschgefahr steigt schnell. Und damit das Verletzungsrisiko.

So verließen die Stuhlschiedsrichter einige Male ihren Platz, gingen auf das Spielfeld und führten Rutschtests durch. Nachdem der Rasen, nachdem es nicht mehr tröpfelte, nach ein paar Minuten wieder trocken war, konnte das Spiel dann jeweils weitergehen.

Vorher hatte der DJ auf dem Centre Court ein gewisses Gespür für die Situation bewiesen. Als die große Regenplane zum ersten Mal entfernt wurde, spielte er voller Optimismus und zur Freude der ersten Zuschauer auf den Tribünen einen Hit der Beatles aus dem Jahr 1969: „Here comes the sun.“ Die Sonne kam zwar zunächst nicht zum Vorschein – aber immerhin sollte es bis zum frühen Abend erst einmal trocken bleiben. An diesem Samstag sollen nun die Halbfinals steigen. Wenn das Wetter mitspielt.

Bei welcher Witterung auch immer – nicht mehr dabei sein werden dann die fünf angetretenen deutschen Profis. Hoffnungen, dass ein Spieler des Quintetts in die entscheidende Turnierphase auf dem Gelände des TC Weissenhof eingreifen könnte, waren früh beendet. Nur Jan-Lennard Struff und Yannick Hanfmann erreichten das Achtelfinale, schieden dort aber aus.

Der frischgebackene French-Open-Gewinner Zverev (Hamburg) lässt das mit 768.220 Euro dotierte Turnier in Stuttgart aus und beginnt seine Vorbereitung auf Wimbledon in der kommenden Woche in Halle – Zverev ist bereits im Ostwestfälischen angekommen und hat seine Vorbereitung auf das Heimturnier gestartet. Wimbledon steht als drittes Grand-Slam-Turnier der Saison vom 29. Juni bis 12. Juli an.