Ist es eine gute Idee, Schokolade mit Fruchtgummis zu mischen? Bei Ritter Sport und Haribo ist man davon überzeugt.
Von Eberhard Wein
Kaffee oder Tee, VfB oder Kickers, Zehnerle oder Weckle? Es gibt Dinge, da muss man sich schon entscheiden. So war das auch beim Süßigkeiten-Konsum. Jedenfalls früher. Schokolade gab es zum Trösten und für sportliche junge Frauen, die nachts mal rausmüssen. Gummibärchen waren für lange Autofahrten und gemütliche Fernsehabende da. Beides zusammen galt als Sakrileg.
Doch jetzt hat Ritter Sport die Schokolade mit Haribo-Picco-Balla herausgebracht. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen aus Waldenbuch mit der Beimischung des runden Fruchtgummis schon experimentiert, nun kommt die „unkonventionelle Mischung“ (so lautet die Eigenwerbung) bundesweit in die Regale, wenngleich als „Limited Edition“. Das Runde müsse ins Quadratische, ist der Schokoladenhersteller überzeugt und hat Haribo zur Mittäterschaft überredet.
Der Verfassungsschutz ermittelt
Die Reaktionen auf dieses „Crossover“ fallen unterschiedlich aus. Während manche finden, dass speziell die Variante mit weißer Schokolade gar nicht so schlimm schmecke, beschwören andere den Untergang des Abendlandes. Es handele sich schlicht um eine Straftat. Selbst der Verfassungsschutz des Landes Niedersachsen meldete sich zu Wort. „Wir nehmen Hinweise zu Menschen mit extrem(istisch) schlechtem Geschmack gerne entgegen“, postete dessen Social-Media-Team auf Instagram.
Schreckt das zuletzt in die roten Zahlen gerutschten Traditionsunternehmen etwa vor gar nichts mehr zurück? Oder steht Ritter Sport an der Spitze einer Entwicklung? Dann könnte es bald Leberwurst mit Erdbeergeschmack und Zahncreme mit Prosecco-Aroma geben: Von allem eben ein bisschen, und vom Gegenteil sowieso.