Drogenfund in Australien

Schauspielerin soll 320 kg Meth geschmuggelt haben

Eine britische Schauspielerin ist in Australien wegen eines mutmaßlichen Drogenschmuggels in großem Stil angeklagt worden. Der Frau wird vorgeworfen, 320 Kilogramm Methamphetamin nach Australien einzuführen.

Schauspielerin soll 320 kg Meth geschmuggelt haben

In diesem Container wurden mehrere hundert Kilo Meth gefunden.

Von Katrin Jokic

Wie die BBC berichtet, handelt es sich bei der Angeklagten um die 34-jährige Emaa Hussen. Sie erschien am Donnerstag vor einem Gericht in Sydney. Ihr wird vorgeworfen, versucht zu haben, eine große Menge Methamphetamin nach Australien zu importieren. Darauf steht im Höchstfall eine lebenslange Haftstrafe.

Der Fall hatte bereits im April begonnen. Australische Grenzbeamte hatten demnach Unregelmäßigkeiten an zwei Schiffscontainern festgestellt, die aus Ghana am Hafen Port Botany in Sydney angekommen waren. Die Ladung war als Holzkohle deklariert. Bei einer Röntgenkontrolle entdeckten die Behörden jedoch eine „weiße kristallisierte Substanz“. Tests ergaben laut Polizei, dass es sich um Methamphetamin handelte.

Der Straßenverkaufswert der Drogen wird auf 296 Millionen australische Dollar geschätzt. Das entspricht rund 180 Millionen Euro oder 157 Millionen britischen Pfund. Die Ermittler entfernten die Drogen aus der Lieferung, bevor die Container zu einem Lager in Girraween im Westen Sydneys gebracht wurden.

Nach Darstellung der Polizei soll Hussen dort aufgetaucht sein und beaufsichtigt haben, wie mehrere Männer den Container entluden. Anschließend sollen mehrere Säcke in ein Auto geladen worden sein. Die Polizei nahm Hussen später in einem Haus in Blacktown fest. Zudem wurden elektronische Geräte und ein Notizbuch beschlagnahmt.

Im Zuge der Ermittlungen wurden auch eine 30-jährige Frau und ein 32-jähriger Mann in Adelaide festgenommen und angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, unter falschen Identitäten Lagerräume in Sydney angemietet zu haben, in die die Lieferung gebracht wurde.

Die australische Bundespolizei spricht von einem erheblichen Schlag gegen den Drogenhandel. Mit der Sicherstellung seien nach Schätzung der Ermittler rund 3,2 Millionen mögliche Drogengeschäfte auf australischen Straßen verhindert worden.

Hussen wurde eine Freilassung auf Kaution bereits in einer früheren Gerichtsentscheidung verweigert. Sie soll im August erneut vor Gericht erscheinen.

Die Schauspielerin war in der Vergangenheit unter anderem in dem „EastEnders“-Ableger „E20“ zu sehen, der 2010 erstmals ausgestrahlt wurde. Außerdem spielte sie in dem Actionfilm „Hummingbird“ mit Jason Statham mit, der in Deutschland unter dem Titel „Redemption“ veröffentlicht wurde. Eine größere Filmkarriere lässt sich aus den bekannten Rollen allerdings nicht ableiten: In „EastEnders: E20“ war sie nur in wenigen Folgen zu sehen, in „Redemption“ spielte sie eine namenlose Nebenrolle.