AfD-Chefin Alice Weidel und Spitzenkandidat Markus Frohnmaier waren kurzfristig nicht wie vorgesehen am Mercedes-Werk in Sindelfingen. Die Partei erklärt das mit Sicherheitsgründen.
Doch nicht in Sindelfingen bei Mercedes vor Ort: Alice Weidel und Markus Frohnmaier
Von Rouven Spindler
Eine geplante Veranstaltung der AfD-Bundesvorsitzenden Alice Weidel und des Landtagswahl-Spitzenkandidaten der Partei, Markus Frohnmaier, vor dem Mercedes-Werksgelände in Sindelfingen ist kurzfristig abgesagt worden. Das teilt ein AfD-Sprecher am Freitagnachmittag gegenüber unserer Redaktion mit. Zu der Absage sei es aus Sicherheitsgründen gekommen.
Die Partei trat aber vor einem anderen Werk in Erscheinung. Mercedes-Benz bestätigte auf Nachfrage, dass die AfD am Freitag in Stuttgart-Untertürkheim auf dem öffentlichen Gelände vor dem Tor 7 eine Wahlkampfaktion abgehalten hat. In seiner Instagram-Story teilt Frohnmaier auch ein Video, auf dem er und Weidel vor einem Werktor stehen.
AfD-Veranstaltung vor Werksgelände von Mercedes-Benz fällt aus
Beim Mercedes-Werktor 1 in Sindelfingen, wo unter anderem Frohnmaier schon im Januar für einen Wahlkampftermin stand, tauchten die Politiker dagegen rund um den Schichtwechsel gegen 14 Uhr nicht auf, um unter den Mitarbeitern des Konzerns Wahlwerbung zu machen.
Vor dem Gelände fanden sich ein paar Demonstranten aus verschiedenen Gruppen ein, die sich laut einer Teilnehmerin gegen die AfD und das Zentrum Automobil, ein ihr nahestehender Verein, der bei Betriebsratswahlen antritt, positionieren. Sie hätten sich kurzfristig zusammengefunden, nachdem sie aus dem Werk erfahren hatten, dass die AfD-Veranstaltung anstehen soll, erklärte Johanna Jäckh-Vermeulen. Sie war für „International Automotive Workers Conference“ vor Ort gewesen und habe 40 Jahre bei Mercedes gearbeitet.
Sie rechnete mit einem Gegenprotest von Mercedes-Mitarbeitern, die bei der IG Metall sind. „Ich könnte mir vorstellen, dass es bis an die 100 Leute sind, die sich dafür freistellen lassen“, sagte sie. Vom Werkstor aus waren bereits Fahnen der IG Metall erkennbar. Die genauen Gründe für die Absage bleiben offen, die AfD-Sprecher wollte sich zur Absage nicht näher äußern.
Für Mercedes wäre eine politische Veranstaltung vor dem eigenen Gelände nicht neu gewesen. „Parteipolitische Aktionen vor den Werkstoren sind grundsätzlich keine Besonderheit. Diese finden im öffentlichen Raum außerhalb unseres Werksgeländes statt und unterliegen damit nicht unserer Kontrolle“, teilt der Stuttgarter Autohersteller gegenüber unserer Zeitung mit, der sich auch zur AfD äußert.
Mercedes-Benz äußert sich zur AfD
Der Konzern stehe für Vielfalt und engagiere sich aktiv für Toleranz und Offenheit. „Extremismus, Rassismus und Antisemitismus haben bei Mercedes-Benz keinen Platz“, heißt es in dem Statement etwa. „Die AfD vertritt wirtschaftspolitische und Teile der Partei sogar verfassungs- und fremdenfeindliche Positionen, die mit den Werten von Mercedes-Benz nicht vereinbar sind.“ Darüber hinaus positioniere sich der Autobauer klar gegen populistische Panikmache.