Während der Regenzeit ist in Indonesien das Risiko für Erdrutsche groß. Jetzt gibt es wieder mal viele Tote und Vermisste.
Eine Drohnenaufnahme von einem von Erdrutschen betroffenen Gebiet im Dorf Pasir Langu in der Provinz West Java.
Von red/dpa/AFP
Starke Regenfälle haben in Indonesien einen Erdrutsch ausgelöst und mindestens acht Menschen in den Tod gerissen. Als vermisst gelten noch 82 Menschen, wie die zuständigen Behörden weiter mitteilten. Das Unglück hatte sich demnach am späten Freitag in einem Dorf in der Provinz West-Java auf der Insel Java ereignet. Vorausgegangen seien stundenlange heftige Regenfälle und Winde. Einige der Vermissten könnten sich selbst in Sicherheit gebracht haben, hofften die Retter zunächst.
Eine Bewohnerin des betroffenen Dorfes Pasirlangu schilderte der Nachrichtenagentur AFP, gegen 02.30 Uhr früh habe sie „ein Grollen gehört, wie Donner“. „Es hatte seit dem Morgen unaufhörlich geregnet und dann ist es passiert“, fügte die 52-jährige Oyoh hinzu, die wie viele Indonesier nur einen Namen trägt.
Rettungskräfte graben per Hand nach den Verschütteten
Nach dem Erdrutsch wurde sie mit Dutzenden weiteren Dorfbewohnern, vornehmlich Frauen und Kinder, in ein Büro der Gemeindeverwaltung in Sicherheit gebracht. Inzwischen erfuhr die Frau, dass ihr Haus unbeschadet ist. Ihre Nichte, deren Mann und zwei Kinder wurden allerdings vermisst.
Der Regierungschef von West Bandung, Ritchie Ismail, sagte vor Journalisten, Armee, Polizei und Freiwillige beteiligten sich an der Suche nach den vielen Verschütteten. Allerdings sei das Gelände weiterhin instabil. Die Rettungskräfte gruben nach eigenen Angaben per Hand nach den Verschütteten, außerdem kämen Drohnen für die Suche zum Einsatz.
Der weltgrößte Inselstaat Indonesien ist aufgrund seines bergigen Geländes, des tropischen Klimas und langer Regenzeiten besonders anfällig für Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Erdrutsche. Nach starken Regenfällen treten Erdrutsche besonders häufig in dicht besiedelten Gebieten auf, wo unter anderem Abholzung die Instabilität des Bodens erhöht.