Stau-Gefahr am Wochenende

Sperrung am Brenner: „Wird sich auch in Baden-Württemberg bemerkbar machen“

Die Sperrung des vielbefahrenen Alpenpasses könnte auch in Baden-Württemberg Reisende treffen. Was rät der ADAC?

Sperrung am Brenner: „Wird sich auch in Baden-Württemberg bemerkbar machen“

Die Brennerautobahn führt von Innsbruck in Österreich über den gleichnamigen Pass nach Modena in Italien.

Von Michael Bosch

Mehrere zehntausend Menschen, die vermutlich an diesem Samstag über die Alpen wollen, müssen sich genau überlegen, wie sie das bewerkstelligen. Schätzungsweise 32.000 Fahrzeuge fahren an dem Tag über den Brenner-Pass. Der ist aber dicht. Es wird demonstriert gegen die Belastungen, die die Verkehrsmassen in dem Tal mit sich bringen.

Weil in Baden-Württemberg Pfingstferien sind, trifft die Sperrung, die neben der Brenner-Autobahn (A13) auch die parallel verlaufenden Landes- und Bundesstraßen betrifft, voraussichtlich auch viele Reisende aus dem Ländle. Davon geht zumindest der ADAC Württemberg aus, wie er auf Nachfrage mitteilt. Auch das Auswärtige Amt weist auf die Sperrung hin und warnt Reisende.

Brenner-Sperrung: Schon am Freitagnachmittag viel Verkehr erwartet

In Deutschland werde die Sperrung voraussichtlich vor allem Auswirkungen auf den Autobahnen südlich von München haben, sagt ADAC-Sprecher Julian Häußler. „Die Sperre wird sich wahrscheinlich auch in Baden-Württemberg bemerkbar machen, da viele Menschen Ausweichrouten nutzen und andere Reisetage wählen werden.“ Das Risiko im Stau zu stehen, sei insbesondere auf der A5 zwischen Karlsruhe und Basel und auf der A8 zwischen Stuttgart und Ulm an diesem Wochenende größer.

Auch wenn die Autobahn für nur acht Stunden gesperrt ist, dürfte sich das wesentlich länger auswirken. Der ADAC geht davon aus, dass die Lage am 29. Mai „besonders kritisch“ werden dürfte. Schon ab Freitagmittag rechnen die Verkehrsexperten mit dichtem Verkehr und langen Staus bis in die Abendstunden. Dass viele Menschen ihre für Samstag geplante Reise vorziehen und schon tags zuvor starten, dürfte „die Situation zusätzlich verschärfen“, heißt es. Das gelte auch für den Sonntag. Wer könne, solle möglichst erst am Montag oder Dienstag mit dem Auto über die Alpen fahren.

Der ADAC rät, wie das Land Tirol, die betroffene Region am Samstag in jedem Fall großräumig zu umfahren. „Wer es an diesem Tag nicht bis 11 Uhr über den Brenner schafft, geht das Risiko ein, bis in den späten Abend hinein auf der Autobahn stehen zu müssen“, so Häußler.

Schließt Österreich die Grenzen nach Deutschland?

Möglicherweise kommt der Verkehr auch schon weit vor dem Brenner zum Stehen. Je nachdem, wie sich die Situation auf den Tiroler Straßen darstellt, will die Landesregierung auch schon vorher reagieren und hat im Raum Innsburck verschieden „Eskalationsstufen“ vorbereitet. Eventuell könnte der Verkehr an den Grenzübergängen gedrosselt werden, im schlimmsten Fall hieß es: wegen Überfüllung des Straßennetzes geschlossen. Aus Tirol hieß es dazu, damit sei „nur bei extremen Verkehrsbehinderungen“ zu rechnen, die die Versorgungssicherheit gefährdeten.

Sperrung am Brenner: Welche Alternativen gibt es?

Experten raten davon ab, sich auf irgendwelche Schleichwege zu begeben. Neben der Sperre der Brennerautobahn werden auch die Brennerstraße B182 und andere Straßen für den Durchgangsverkehr gesperrt. Wer dort kleinere Straßen nutzen will, muss nachweisen, dort ein Ziel zu haben. Wenn überhaupt, dann müsste großräumig ab Rosenheim oder dem Inntaldreieck umfahren werden.

Brenner-Ausweichrouten: Stau auch am Gotthard und San Bernardino

Als theoretische Alternativen gelten etwa die Gotthard- oder San-Bernardino-Route in der Schweiz, der Reschenpass, die Felbertauernstraße oder die Pyhrnautobahn. Allerdings warnen ADAC und die Landesregierung in Tirol auch dort vor Überlastung. Die Tauernautobahn A10 gilt nur eingeschränkt als Alternative, zudem sind dort Abfahrtsverbote angekündigt. Von Timmelsjoch oder Stallersattel raten Experten als Ausweichrouten ab.

Was die ganze Sache für Autofahrer nicht angenehmer macht: Am Wochenende sind teils wieder Temperaturen über 30 Grad vorhergesagt. Auch deshalb empfiehlt der ADAC, mehr Pausen einzulegen. Denn durch die Hitze ermüde man bei längeren Autofahrten noch schneller. „Zudem sollten ausreichend Getränke dabei sein – ideal sind Wasser, Früchtetee oder Apfelschorle. Während der Pausen sollte man keinesfalls Kinder oder Tiere im Auto zurücklassen“, heißt es vom Automobilclub.