Der Mannheimer Stadtrat Julien Ferrat sieht seine Swingerparty im Rathaus als politische Protestaktion. (Archivbild)
Nach der mutmaßlichen Swingerparty im Mannheimer Rathaus gibt sich Stadtrat Julien Ferrat (Die Mannheimer) gelassen – und freut sich nach eigener Aussage auf mögliche Konsequenzen. „Es wäre mir eine große Ehre, wenn meiner Swingerparty im Rathaus bei der nächsten Gemeinderatssitzung ein eigener Tagesordnungspunkt gewidmet werden würde“, teilte der 35-Jährige mit. „Diese Bühne würde ich natürlich nutzen.“
Eine Rüge durch den Gemeinderat würde ihn gar freuen, so Ferrat weiter: „Mit zwei Rügen innerhalb von zehn Jahren wäre ich der meistgerügte Kommunalpolitiker der jüngeren Mannheimer Stadtgeschichte.“ Zuletzt sei er 2016 gerügt worden – wegen eines Rapvideos, das als vulgär und frauenfeindlich beschrieben worden war.
Stadtverwaltung prüft Konsequenzen
Ferrat hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass aus einem genehmigten „kommunalpolitischen Stammtisch“ im Rathaus eine „politische Swingerparty“ geworden sei. Sieben Männer und zwei Frauen sollen demnach teilgenommen haben. Die Stadt hatte Ferrat zuvor ausdrücklich schriftlich darauf hingewiesen, dass der Raum nicht für Nacktveranstaltungen oder Swingerpartys genutzt werden dürfe. Die Stadtverwaltung sieht darin eine „gröbliche Verletzung der gemeinderätlichen Treuepflicht“ und bereitet eine Beschlussvorlage mit möglichen Sanktionen vor.
Ferrat sehe die Swingerparty als „politische Protestaktion“. Der Stadtrat will in Mannheim ein FKK-Swinger-Paradies errichten. Ein solches würde jährlich Millionen in die Stadtkasse spülen – seine Pläne stünden also in Zusammenhang mit seinem kommunalpolitischen Mandat, so Ferrat.