Für 25-, 40- und 50-jährige Mitgliedschaft im Verein wurden mehrere Mitglieder geehrt. Holger Dörrscheidt, Rainer Laidig und Dieter Lechner nahmen die Urkunden persönlich entgegen. Foto: privat
Murrhardt. Der Verein für Obstbau, Garten und Landschaft (VOGL) Murrhardt hat jüngst seine Jahreshauptversammlung im Gasthaus Krone in Fornsbach abgehalten. Die Vorsitzende Andrea Jäger begrüßte zahlreiche Mitglieder sowie Gäste, unter ihnen Bürgermeister Armin Mößner.
In seinem Grußwort würdigte Mößner das Engagement des Vereins und insbesondere des im vergangenen Jahr neu gewählten Vorstands und sprach von einem gelungenen Neustart mit erfreulich steigenden Mitgliederzahlen und spürbar verjüngter Altersstruktur. Besonders hob er die Bedeutung der Streuobstwiesen für die Kulturlandschaft im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald hervor.
Im Rückblick auf 2025 berichtete der Vorstand von einem aktiven Vereinsjahr mit Pflanzaktionen, Schnittkursen und der erstmaligen Teilnahme am Naturparkmarkt samt eigener Grillwurstkreation mit Äpfeln von der VOGL-Streuobstwiese, die großen Anklang fand. Sichtbare Zeichen des Aufbruchs sind zudem das neue Vereinslogo, neue Vereinskleidung sowie eine neu gestaltete Website. Im Ausblick auf das Jahr 2026 kündigte Andrea Jäger ein vielseitiges Programm mit Fachkursen, Wanderungen und einer geplanten Lehrfahrt an. Ein zentrales Projekt wird die Wiederbelebung des Streuobstlehrpfads in Kooperation mit der Stadt Murrhardt sein.
Start mit Schnittkurs
Im Anschluss an den offiziellen Teil nahm der Murrhardter Historiker Christian Schweizer die Zuhörer mit auf eine Reise in die Vergangenheit: Unter dem Titel „Alte Gewannnamen und ihre Bedeutung“ erläuterte er die Herkunft und Geschichte der Flurnamen rund um Murrhardt.
Nur wenige Tage nach der Versammlung setzte der Verein bereits den ersten praktischen Akzent: Beim Winterschnittkurs wurde erstmals ein erweitertes Konzept umgesetzt. Im Mittelpunkt stand zunächst der sogenannte „Pflanzschnitt“ an den Obstbäumen, die erst Ende Dezember im Rahmen einer Pflanzaktion auf der Hardt gesetzt worden waren. Die Teilnehmenden konnten direkt an den jungen Bäumen erleben, wie durch einen fachgerechten ersten Schnitt die Grundlage für einen stabilen Kronenaufbau und eine langfristig gesunde Entwicklung gelegt wird. An den älteren Bäumen auf dem Vereinsgelände wurden darüber hinaus verschiedene Schnittmaßnahmen demonstriert und gemeinsam geübt: vom Erziehungsschnitt bei jüngeren Bäumen über den Erhaltungsschnitt bis hin zum Verjüngungsschnitt bei älteren Exemplaren. Ziel war es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht nur einzelne Handgriffe zu zeigen, sondern die jeweiligen Ziele und Zusammenhänge der Schnittmaßnahmen verständlich zu vermitteln.
Geleitet wurde der Kurs von Fachwart Wolfgang Doderer und Obstbaumexperte Werner Oppenländer. Unterstützt wurden sie von den angehenden vom Landesverband geprüften Fachwarten Andrea Jäger und Marc Ziegler, die sich in die praktische Anleitung einbrachten. Die Kombination aus Theorie, anschaulicher Demonstration und eigenem Ausprobieren kam bei den Teilnehmenden sehr gut an und unterstrich einmal mehr die wichtige Rolle des Vereins für die Pflege und Weitergabe von Streuobstwissen in der Region. pm