Alle dachten an einen Witz: 24 Stunden nach dem Ende seiner Late Show bei CBS taucht der Comedian als Host bei einem Lokalsender auf - dort hatte er schon vor elf Jahren moderiert.
Der US-Comedian meldet sich nur 24 Stunden nach seinem Aus bei CBS mit Komik, Tragik und auch kleinen Spitzen aus einer Lokalshow zurück.
Von dpa
Monroe - In seiner letzten Late Show des US-Senders "CBS" hatte Stephen Colbert (62) es angekündigt - und es war ausnahmsweise kein Witz: Genau 24 Stunden nach seinem letzten Auftritt bei "CBS" gab der Comedian und Moderator den Gastgeber einer lokalen Talkshow im US-Bundesstaat Michigan. In dem Ort Monroe empfing er in einem kleinen Studio die Gäste der "Only in Monroe"-Show - und durfte das Set am Ende der einstündigen Sendung mit Hilfe seiner Gäste sogar zerlegen: Da es nicht mehr gebraucht werde, habe der Lokalsender Monroe Public Access Cable Television darum gebeten, so Colbert.
"Das ist eine wirklich gute Nachricht, denn aus keinem besonderen Grund würde ich tatsächlich gerne etwas kaputthauen", witzelte der Comedian ganz augenscheinlich in Anspielung auf die Absetzung seiner populären "CBS"-Show. Mit Hämmern schlugen er und seine Gäste die Holzwände klein, brachten alles zu einem Container und steckten diesen in Brand. Zuvor hatte er mit seinen Gästen unter anderem über Krebserkrankungen gesprochen, Veranstaltungstipps zum Besten gegeben und mit seinem Musikproduzenten gleichzeitig von einem Hotdog abgebissen - jeder an einem Ende. Zum Schluss bedankte er sich bei allen, "dass ich die Show alle elf Jahre moderieren darf. Wir sehen uns dann 2037 wieder".
Lokal-Show schon 2015 moderiert
Genau in der "Only in Monroe"- Show hatte sich Colbert vor elf Jahren - 2015 - nämlich als Moderator auf seinen Sprung als Host der populären Late-Show von "CBS" und Nachfolger des legendären David Letterman vorbereitet. "Es ist genau 24 Stunden her, dass ich zuletzt auf Sendung war", witzelte Colbert zu Beginn seiner Überraschungseinlage. "Deshalb bin ich sehr dankbar, hier moderieren zu dürfen - bevor auch sie von Paramount aufgekauft werden", sagte er weiter in Anspielung auf den "CBS"-Mutterkonzern Paramount, der in der Vergangenheit wegen eines angeblich stark zurechtgeschnittenen Interviews mit der Demokratin und Präsidentschaftsbewerberin von 2024, Kamala Harris, Druck von US-Präsident bekommen hatte.
Im vergangenen Sommer hatte "CBS" überraschend angekündigt, die Show abzusetzen, offiziell aus "rein finanziellen Gründen". Branchenkenner vermuten, dass der Sender aus Rücksicht auf Trump gehandelt habe, der in der Sendung immer wieder scharf kritisiert wurde.