Wahl in Mecklenburg-Vorpommern

Stimmzettel ohne AfD? - Video im Umlauf

In den sozialen Medien wird behauptet, in Mecklenburg-Vorpommern seien Stimmzettel ohne die AfD im Umlauf. Jetzt nimmt die Landeswahlleitung dazu Stellung.

Stimmzettel ohne AfD? - Video im Umlauf

In einem Video wird behauptet, dass in Stimmzetteln zur Wahl in Mecklenburg-Vorpommern die AfD fehlt. Was ist dran an den Gerüchten?

Von Daniel Steiger

Heute wird in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt. Insgesamt etwa 1,3 Millionen Wahlberechtigte sind zur Stimmabgabe aufgerufen. Unterdessen kursiert in den sozialen Netzwerken ein merkwürdiges Video zur Wahl.

Stimmzettel ohne AfD - Video zeigt Fälschung

Zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern verbreiten sich in sozialen Netzwerken Videos mit Falschinformationen über Stimmzettel ohne Auflistung der AfD. Dazu kursieren Videos auf Facebook und X, in denen eine männliche Stimme behauptet, Rentner aus Rostock zu sein und in diesem Jahr per Brief zu wählen. Er habe „merkwürdige Stimmzettel bekommen“, auf denen die AfD fehle. Der Stimmzettel ist im Video zu sehen: Die Felder in der zweiten Zeile sind leer, die AfD fehlt auf dem Stimmzettel als Option zum Ankreuzen.

Bei den gezeigten Stimmzetteln handelt es sich um eine Fälschung. Die Landeswahlleitung Mecklenburg-Vorpommern bestätigte auf dpa-Anfrage, dass die AfD auf den Briefwahlunterlagen zur Landtagswahl 2026 zu finden sei.

In dem Video ist ein Stimmzettel für den Wahlkreis 11 - Landkreis Rostock 1 zur Landtagswahl am 20. September 2026 in Mecklenburg-Vorpommern zu sehen. Beim Vergleich der gezeigten Unterlagen mit dem offiziellen Musterstimmzettel für den Wahlkreis 11 auf der Website der Landeswahlleitung Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich, dass die Namen der übrigen gelisteten Kandidaten und Kandidatinnen mit denen in dem Video übereinstimmen. Allerdings ist auf dem Musterstimmzettel sehr wohl auch die AfD vertreten - in der Zeile, die in dem Video fehlt.

Landeswahlleiter: AfD auch auf Briefwahlunterlagen

Dass die AfD auf den Briefwahlunterlagen vorhanden und somit wählbar ist, bestätigte auch Landeswahlleiter Christian Boden auf Anfrage der dpa. Die Fälschungen seien „wirklich gut gemacht“ und orientierten sich an den Musterstimmzetteln. Man habe schlichtweg die Felder mit der AfD gelöscht.

Neben dem Video über den Wahlkreis 11 in Rostock kursieren noch weitere Beiträge, etwa ein Post auf X und ein Video auf TikTok, die Briefwahlunterlagen aus den Wahlkreisen 9 und 33 zeigen sollen. Laut Landeswahlleiter Boden seien die Wahlleitungen der entsprechenden Wahlkreise informiert worden und hätten bestätigt, dass die AfD „natürlich auf allen Stimmzetteln zu finden ist“.

(mit Material von dpa)