Iran-Krieg

Straße von Hormus: So funktionieren Seeminen

Tückische Waffensysteme: Seeminen werden in Kriegen gegen Schiffe und U-Boote eingesetzt. Doch selbst Jahrzehnte nach ihrer Ausbringung stellen sie noch eine Gefahr dar.

Straße von Hormus: So funktionieren Seeminen

Ein U-Boot trifft am Meeresgrund auf eine Seemine (3D-Illustration).

Von Markus Brauer/dpa

Berichte über angeblich vom Iran in der Straße von Hormus verlegte Seeminen haben die Sorge um die Sicherheit der internationalen Energieversorgung befeuert. Seeminen kommen zum Einsatz, um Seegebiete oder Schifffahrtsrouten zu sperren, Häfen zu blockieren oder gegnerische Schiffe zu beschädigen. Sie gelten als schwer zu entdecken und zu beseitigen.

Wie funktionieren Seeminen?

Seeminen sind mit Sprengstoff gefüllte Körper unter Wasser, die bei Kontakt oder bei Annäherung eines Schiffes explodieren. Manche Modelle detonieren bei direkter Berührung, andere registrieren anhand von Magnetfeld, Fahrtgeräusch oder Veränderung des Wasserdrucks, dass sich ein Schiff nähert.

Es gibt Seeminen, die am Boden verankert werden und in einer bestimmten Tiefe unter der Meeresoberfläche schweben. Manche liegen direkt auf dem Meeresboden, andere können ferngesteuert werden.

Minen, die frei und unkontrollierbar treiben, sind völkerrechtlich verboten. Ins Meer gebracht werden sie von Flugzeugen, U-Booten oder Schiffen.

Sind Seeminen auch noch nach Jahrzehnten gefährlich?

Ja. In Kriegen werden nicht immer alle Minen für eine spätere Räumung dokumentiert. Teilweise bleiben sie über Jahrzehnte unentdeckt.

Nach Bundeswehr-Angaben liegen allein in der Ostsee noch geschätzt bis zu 100.000 Seeminen aus den Weltkriegen am Meeresgrund. Zum Teil sind sie noch immer explosionsfähig und gefährden dadurch etwa den Bau von Offshore-Windparks.

Durch Rost können zudem Giftstoffe freigesetzt werden, die langfristig über die Nahrungskette sogar auf die Teller gelangen.

Werden Seeminen zur unkontrollierten Gefahr?

Das kann vorkommen, wenn sie sich aus ihren Verankerungen lösen und durch Strömungen und Stürme abdriften. Ein Beispiel: Im Frühjahr 2022 wurden mehrfach vor der türkischen Küste treibende Seeminen entdeckt. Der Schiffsverkehr etwa am Bosporus wurde teils ausgesetzt. Beobachter vermuteten einen Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg. Im Schwarzen Meer liegen unzählige Seeminen.

Wie werden Seeminen unschädlich gemacht?

Diese Aufgabe können Minensuchboote erledigen oder auch Unterwasserdrohnen. Diese autonomen Gefährte identifizieren Minen unter Wasser, die dann von der Marine zerstört werden – etwa mittels Bekämpfungsdrohnen. Teils müssen auch Taucher die gefährliche Arbeit der Minenbeseitigung übernehmen.

USA haben 28 iranische Minenleger angegriffen

Die USA haben nach den Worten von Präsident Donald Trump mehr als zwei Dutzend iranische Minenleger angegriffen. „Wir haben bis jetzt 28 Minenschiffe getroffen“, sagte Trump am Mittwoch (11. März) bei einer Reise in den US-Bundesstaat Ohio. Zuvor hatte das US-Militär die Zahl der zerstörten Minenleger mit 16 angegeben.

Trump hatte die Führung in Teheran am Dienstag davor gewarnt, die für die weltweite Schifffahrt bedeutsame Straße von Hormus zu verminen. „Sollten aus irgendeinem Grund Minen gelegt worden sein und diese nicht umgehend entfernt werden, werden die militärischen Konsequenzen für den Iran ein Ausmaß erreichen, wie es noch nie zuvor zu sehen war“, erklärte er in seinem Onlinedienst Truth Social.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten erklärt, bis zum Ende des Iran-Krieges keine Ölexporte aus der Region an Verbündete der USA und Israels zu erlauben. Normalerweise passiert rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports die Straße von Hormus. Seit Kriegsbeginn hat der Iran dort mehrfach Öltanker angegriffen. Zudem erklärten die Revolutionsgarden die Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel für gesperrt.