Zu Vereinen wie Stuttgarter Kickers oder Kickers Offenbach könnten in der kommenden Saison der Fußball-Regionalliga weitere Traditionsclubs hinzukommen. Ein Überblick.
Stimmungsvolle Fan-Lager in Schwarz und Weiß: die Traditionsclubs SSV Ulm 1846 und VfR Aalen.
Von Jürgen Frey
Noch sind in der Fußball-Regionalliga Südwest sieben Spieltage zu absolvieren. Doch zumindest für die Stuttgarter Kickers steht fest, dass sie auch in der kommenden Saison in der vierthöchsten Spielklasse vertreten sein werden. Es wird dann das vierte Jahr in der Regionalliga nach dem Aufstieg.
Das Gesicht der Liga in der kommenden Runde zeichnet sich unterdessen immer mehr ab. Aus württembergischer Sicht wird es noch attraktiver. Entweder der SGV Freiberg oder die SG Sonnenhof Großaspach (direktes Duell am 22. April in Aspach) werden sich in die dritte Liga verabschieden. Aus der dritten Liga droht dem SSV Ulm 1846 der Abstieg. Nach dem 1:1 am Mittwoch beim VfB Stuttgart II beträgt der Rückstand der Mannschaft von Trainer Pavel Dotchev auf den ersten Nichtabstiegsplatz (aktuell 1. FC Saarbrücken) acht Punkte, hinzu kommt die um 17 Treffer schlechtere Tordifferenz. Nur noch sechs Spieltage sind zu absolvieren.
VfR Aalen mit Sieben-Punkte-Polster
In der Oberliga hat der VfR Aalen die allerbesten Karten, als Meister den direkten Sprung nach oben zu schaffen. Das Team von Trainer Beniamino Molinari gewann am Mittwoch das Nachholspiel beim FC Nöttingen mit 3:2 und baute damit – neun Spieltage vor Saisonende – seinen Vorsprung auf den Tabellenzweiten VfR Mannheim auf sieben Punkte aus.
Den SSV Ulm 1846 und den VfR Aalen verbinden nicht nur die Vereinsfarben Schwarz und Weiß. Sie können – wie auch Kickers Offenbach – auf eine um ein Vielfaches höhere Fan-Basis bauen als Freiberg oder Großaspach.
Die Abstiegsplätze in der Regionalliga belegen derzeit die TSG Balingen, der FC Bayern Alzenau, der TSV Schott Mainz und der Bahlinger SC, allesamt Clubs mit ebenfalls überschaubarem Zuschaueraufkommen.
Neben dem VfR Aalen haben die Reserveteams von zwei Profi-Traditionsclubs sehr gute Chancen, nächste Saison in der Regionalliga am Ball zu sein. In der Hessenliga steht Eintracht Frankfurt II praktisch als Aufsteiger fest, der Vorsprung auf den Tabellenzweiten FC Eddersheim beträgt 15 Punkte, auf den Dritten FC Gießen sind es 27 Zähler. In der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar liegt der 1. FC Kaiserslautern II vorne, zwei Punkte dahinter rangiert FK Pirmasens 03, Dritter ist der FC Emmelshausen-Karbach.
Die Vizemeister spielen in der Aufstiegsrunde, in der die Stuttgarter Kickers 2019 und 2022 zweimal scheiterten, einen weiteren Regionalliga-Aufsteiger aus. In Baden-Württemberg hat der VfR Mannheim (deutscher Meister von 1949) dabei die besten Chancen. Der Vorsprung auf den drittplatzierten TSV Essingen beträgt (bei sogar einem Spiel weniger) acht Punkte.
Der baden-württembergische Zweite startet voraussichtlich am 4. Juni mit einem Heimspiel gegen den Vizemeister aus Hessen. Gewinnt der Baden-Württemberg-Vize, heißt die zweite Partie (voraussichtlich am 7. Juni) Vize Hessen – Vize Rheinland-Pfalz/Saar.
Das dritte Spiel findet am 10. Juni statt, die Paarung hieße dann Vize Rheinland-Pfalz/Saar gegen Vize Baden-Württemberg. Geht das erste Spiel Unentschieden aus oder gewinnt der Hessen-Vertreter, muss der Baden-Württemberg-Vize im zweiten Spiel zum Rheinland-Pfalz/Saar-Vertreter, im dritten Spiel empfängt der Hessen-Vize dann den Rheinland-Pfalz/Saar-Vize.
Vier oder fünf Oberliga-Absteiger
Die abstiegsgefährdeten Oberligisten in Baden-Württemberg werden ihrem Vizemeister die Daumen drücken. Da die TSG Balingen und der Bahlinger SC aller Voraussicht nach aus der Regionalliga runterkommen, gibt es fünf Absteiger. Nur wenn der Vizemeister über die Aufstiegsrunde den Sprung nach oben in die Regionalliga schafft, reduziert sich die Zahl auf vier.