Aktuell ist der Pfändertunnel bei Bregenz nicht so gut befahrbar wie auf diesem Archivbild – eine Röhre ist in den Herbstferien gesperrt.
Von Michael Maier
Wer zu Beginn der Herbstferien in mehreren deutschen Bundesländern Richtung Süden unterwegs ist und dabei auf die A96 (Fortsetzung in Österreich als A14) angewiesen ist, braucht vor allem eines: Geduld.
Der Pfändertunnel bei Bregenz – eine der meistbefahrenen Grenzverbindungen Europas – sorgt für erhebliche Verkehrsbehinderungen. Grund ist eine laufende Sanierung mit Sperrung einer Röhre. Es gibt daher eine einspurige Verkehrsführung in beide Richtungen – erheblicher Rückstau ist vorprogrammiert.
Der 6,7 Kilometer lange Pfändertunnel auf der A14 (Rheintalautobahn) ist das Nadelöhr schlechthin zwischen dem Bodenseeraum und Vorarlberg. Mehr als 40.000 Fahrzeuge passieren ihn täglich – in normalen Zeiten. Seit dem Frühjahr 2026 ist die Oströhre für umfangreiche Erneuerungsarbeiten gesperrt. Die Asfinag saniert dabei unter anderem sämtliche Sicherheitssysteme im Inneren des Tunnels – ein Projekt, das insgesamt rund 34 Millionen Euro allein für die Tunnelröhren kostet.
Teilsperrung und Section Control im Pfändertunnel
Während der Bauarbeiten wird der gesamte Verkehr durch die verbleibende Weströhre geführt – und zwar im Gegenverkehr. Das Tempolimit wurde von 100 auf 60 km/h herabgesetzt. Für Abend- und Nachtstunden zwischen 20 und 5 Uhr ist zudem ein Section-Control-System scharfgeschaltet, das die Durchschnittsgeschwindigkeit aller durchfahrenden Fahrzeuge lückenlos überwacht.
Nächtliche Vollsperrung im Pfändertunnel
Neben der Dauerbaustelle mit Gegenverkehr gab es im Zuge der Sanierungsarbeiten kurzzeitig auch eine Vollsperrung: Der Tunnel war in der Nacht auf Freitag in beide Richtungen blockiert, damit die Asfinag besonders aufwändige Arbeiten durchführen konnte. Für Pendler und Reisende bedeutete das einen Umweg durch das dicht besiedelte Bregenzer Stadtgebiet und die umliegenden Gemeinden wie Lauterach und Wolfurt – mit entsprechenden Staus auch dort.
Ihre eigentliche Brisanz entfaltet die Baustelle aber erst noch: In sechs deutschen Bundesländern laufen die Herbstferien, gleichzeitig enden sie in anderen – und genau das treibt traditionell das Verkehrsaufkommen auf den Transitrouten in die Höhe. Der ADAC warnte bereits eindringlich vor Staulagen, die jenen der Sommermonate in nichts nachstehen könnten. Besonders der Freitagnachmittag und der Samstagvormittag gelten als Spitzenzeiten.
Immer wieder Chaos auf der A96/A14 am Pfänder
Am Pfändertunnel kommt erschwerend hinzu, dass jedes Ereignis außerhalb der Baustelle die Lage sofort eskalieren lässt. Anfang Oktober zeigte sich das dramatisch: Ein Unfall auf der deutschen A96 zwischen den Anschlussstellen Lindau und Sigmarszell reichte aus, um im Pfändertunnel zunächst Blockabfertigung auszulösen und schließlich eine temporäre Vollsperrung zu veranlassen. Die Folge war ein Chaos auf der A14 sowie auf sämtlichen Ausweichrouten durch Bregenz und die Nachbargemeinden.
Die gute Nachricht: Ein Ende ist absehbar. Laut Asfinag sollen die Sanierungsarbeiten an der Oströhre des Pfändertunnels Ende Oktober 2026 abgeschlossen sein. Die Gesamtrenovierung beider Tunnelröhren, die 2025 mit der Weströhre begann, wäre damit plangemäß vollendet.