Schüsse in Teotihuacán Mexiko

Touristin in Ruinenstadt erschossen

Ein bewaffneter Mann hat in der Ruinenstadt Teotihuacán eine kanadische Touristin erschossen, mindestens 13 Menschen verletzt und sich anschließend selbst getötet.

Touristin in Ruinenstadt erschossen

Schüsse an einer der bekanntesten Touristenattraktionen Mexikos. (Archivbild)

Von red/afp

Schüsse an einer der bekanntesten Touristenattraktionen Mexikos: Ein Mann hat am Montag in der Ruinenstadt Teotihuacán eine kanadische Touristin erschossen. Mindestens 13 weitere Menschen seien verletzt worden, darunter auch ein Kind, teilten die Behörden mit. Der Angreifer, ein mexikanischer Staatsbürger, habe sich anschließend das Leben genommen. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum äußerte sich bestürzt über den Vorfall.

Das Todesopfer war den Behörden zufolge zwischen 20 und 25 Jahre alt, während der Angreifer zwischen 30 und 35 Jahren alt war. Beide wiesen Schussverletzungen am Kopf vor. 

Der Vorfall ereignete sich zur Mittagszeit in der bei Touristen sehr beliebten Stätte im Zentrum Mexikos. Sechs Menschen wurden Behördenangaben zufolge durch Schüsse verletzt und in einem örtlichen Krankenhaus behandelt. Unter den Verletzten waren demnach eine Kanadierin, ein Brasilianer, zwei US-Bürger sowie eine Kolumbianerin und ein kolumbianisches Kind. Sieben weitere Menschen verletzten sich bei der Flucht vor den Schüssen. Bei diesen Verletzten handelte es sich um einen Russen, einen Kolumbianer, einen Brasilianer sowie vier US-Bürger.

Den ersten Ermittlungen zufolge „scheint es sich um einen gezielten Angriff zu handeln“, sagte der Sicherheitsminister des Bundesstaates Mexiko, Cristóbal Castañeda, vor Journalisten. Er nannte zunächst keine weiteren Einzelheiten.

Die Behörden teilten mit, auf dem Gelände „eine Schusswaffe, eine Stichwaffe (Messer) und Munition“ gefunden zu haben. Die Polizei sowie die Nationalgarde seien im Einsatz.

Auf Videos, die in Onlinenetzwerken verbreitet wurden, war zu sehen, wie der maskierte Täter von der Mondpyramide aus mehrere Schüsse abgibt, während Touristen sich weiter unten in Deckung bringen. Aufnahmen von AFPTV zeigten Rettungskräfte, die eine in ein weißes Laken gehüllte Leiche von der Pyramide heruntertragen.

Lo ocurrido hoy en Teotihuacán nos duele profundamente. Expreso mi más sincera solidaridad con las personas afectadas y sus familias. Estamos en contacto con la embajada de Canadá. He instruido al Gabinete de Seguridad a investigar a fondo estos hechos y brindar todos los… https://t.co/ceBDNjKxDv — Claudia Sheinbaum Pardo (@Claudiashein) April 20, 2026

Mexikos Präsidentin Sheinbaum forderte eine gründliche Untersuchung des Vorfalls. „Was heute in Teotihuacán geschehen ist, schmerzt uns zutiefst“, erklärte Sheinbaum im Onlinedienst X. Die kanadische Außenministerin Anita Anand sprach ebenfalls auf X von einem „schrecklichen bewaffneten Gewaltakt“.

Weltkulturerbe und Touristenmagnet

Die Ruinen von Teotihuacán, zu denen unter anderem die Mond- und die Sonnenpyramiden gehören, stammen aus der vorkolonialen Zeit. Sie zählen zu den beliebtesten Touristenattraktionen in Mexiko. Im Jahr 2025 besuchten mehr als 1,8 Millionen Menschen die Anlage. Die rund 50 Kilometer von der Hauptstadt Mexiko-Stadt entfernt gelegene Anlage gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. 

Während Mexiko häufig mit Gewalttaten im Zusammenhang mit Drogenkriminalität zu kämpfen hat, sind nicht zielgerichtete Schussangriffe eher selten, insbesondere im Vergleich zum nördlichen Nachbarn USA.