Karriere bei Porsche

Traumjob Porsche-Chef? Wie lange Michael Leiters Bedenkzeit brauchte

Seit einem halben Jahr ist Michael Leiters der CEO des Sportwagenherstellers. Nun erzählt er bei einer Veranstaltung in Stuttgart, warum er den Posten angenommen hat.

Traumjob Porsche-Chef? Wie lange Michael Leiters Bedenkzeit brauchte

Michael Leiters ist seit Januar 2026 CEO bei der Porsche AG. Neu ist das Unternehmen für den promovierten Ingenieur allerdings nicht: Er arbeitete bereits von 2000 bis 2013 für den Sportwagenhersteller.

Von Veronika Kanzler

Porsche gehört trotz so mancher Hiobsbotschaft weiterhin zu den begehrtesten Arbeitgebern in Deutschland. Die Strahlkraft des Sportwagenherstellers aus Zuffenhausen ist ungebrochen. Was in den einschlägigen Rankings jedoch kaum abgefragt wird: Wer möchte diesen Konzern gerade jetzt führen?

Denn zwischen der Faszination, für Porsche zu arbeiten, und der Verantwortung, das Unternehmen durch eine Krise zu steuern, liegt wohl unwidersprochen ein Unterschied. Gerade in Zeiten tiefgreifender Umbrüche stellt sich deshalb die naheliegende Frage: Wer tut sich das an?

Chef von Porsche „liebt Herausforderungen“

Die Antwort trägt seit Oktober 2025 einen Namen: Michael Leiters wurde vergangenes Jahr vom Aufsichtsrat als Nachfolger von Oliver Blume benannt und ist seit Januar 2026 im Amt. Und nun hat der 54-Jährige auf die Frage geantwortet, ob er denn überlegen musste, den Job anzunehmen. Bei einem Branchentreffen des Fachmagazins „Auto Motor und Sport“ in Stuttgart sagte Leiters: „Ja – aber nur sehr kurz.“ Die Marke und das Unternehmen seien so stark, dass er nicht lange überlegen musste. Natürlich sei es eine herausfordernde Zeit, da sich Porsche und die gesamte Industrie in einer Transformation befänden. „Aber ich liebe Herausforderungen“, erklärte der Top-Manager.

Ganz neu ist Porsche für ihn nicht. Nach seiner Promotion begann Leiters im Jahr 2000 bei dem Sportwagenhersteller und blieb mehr als 13 Jahre. Früh übernahm er Führungsverantwortung, war unter anderem Assistent des damaligen Vorstandsvorsitzenden Wendelin Wiedeking sowie später Projektleiter für den Cayenne Hybrid und Baureihenleiter SUV.

2014 wechselte er zu Ferrari, wo er als CTO für Technik, Einkauf und Qualität verantwortlich war. 2022 wurde er CEO von McLaren Automotive. Er verließ das Unternehmen nach drei Jahren wieder, um die Nachfolge von Oliver Blume anzutreten, der sich nach der VW-Porsche-Doppelbelastung wieder ganz auf seine Aufgabe beim Mutterkonzern Volkswagen konzentriert.

Ein Schritt in eine denkbar schwierige Phase: Innerhalb von zwei Jahren ist der Gewinn bei Porsche massiv eingebrochen – 2024 um 30 Prozent, 2025 sogar um 91 Prozent. Die Umsatzrendite fiel zuletzt auf 1,1 Prozent. Die Zeiten, in denen Blume von 20 Prozent träumen konnte, sind vorerst vorbei.

Porsche streicht tausende Arbeitsplätze in der Region

Die Ursachen sind bekannt: Die Nachfrage nach elektrischen Sportwagen bleibt hinter den Erwartungen zurück, neue Wettbewerber erhöhen das Tempo – insbesondere in China – und geopolitische Faktoren wie US-Zölle treffen Hersteller wie Porsche, die keine lokale Produktion haben, besonders hart.

An Herausforderungen für Michael Leiters mangelt es jedenfalls nicht. Bereits bei der Verkündung des Sparprogramms im Februar voriges Jahr stand fest, dass die damals ausgehandelten Einschnitte nicht ausreichen werden. 2000 befristete Stellen in der Produktion wurden nicht verlängert, zusätzlich sollen in den kommenden Jahren 1900 Arbeitsplätze an den Standorten Zuffenhausen und Weissach wegfallen.

Da bei Porsche eine Beschäftigungssicherung bis 2030 gilt, erfolgt der Abbau sozialverträglich: über Fluktuation, zurückhaltende Nachbesetzung und Angebote wie Altersteilzeit. In Einzelfällen sind auch Aufhebungsverträge vorgesehen.

Ein weiteres Strukturpaket ist bereits in Arbeit. Verhandlungen zwischen dem neuen Betriebsratschef Ibrahim Aslan, der neuen Personalchefin Vera Schalwig und CEO Leiters sollen wohl kurz vor dem Abschluss stehen.