Haderte nach dem Spiel mit seiner eigenen Leistung: Ermedin Demirovic.
Von Philipp Maisel, Carlos Ubina
Der VfB Stuttgart hat durch das 0:1 beim Hamburger SV in der Bundesliga weiterhin zu wenig Punkte auf seinem Konto – zumindest angesichts der gebrachten Leistungen. In Hamburg machen die Schwaben das Spiel, geben es in der Crunchtime aber aus der Hand. Wie ordnen die Spieler und Verantwortlichen das Geschehen ein? Die Stimmen zum Spiel im Überblick.VfB-Trainer Sebastian Hoeneß: „Die Niederlage ist sehr bitter, weil ziemlich viel von unserem Plan aufgegangen ist, wenn ich mir die erste Hälfte anschaue. Wir haben keine größeren Chancen des HSV zugelassen. Wir hatten dann selbst genug Möglichkeiten, um in Führung zu gehen. Aber die Effizienz vor dem Tor war diesmal ein großer Faktor. In der zweiten Hälfte war es ein offenes Spiel. Beide Mannschaften waren da gefährlich.
Letztlich müssen wir uns aber an die eigene Nase fassen, weil wir den Konter, der zum 0:1 führt, nicht unterbinden. Auf das Spiel am Dienstag gegen Atlético Madrid möchte ich im Moment noch nicht groß eingehen. Aber das wird sicherlich ein großartiges Erlebnis – und wir werden bereit sein.“
HSV-Coach Merlin Polzin: „Wir haben etwas gebraucht, um in das Spiel zu kommen. Dann haben wir mehr am Spiel teilgenommen. Das hat uns das Gefühl gegeben, dass wir gegen den Favoriten etwas holen können. Wir sind dann nach der Halbzeit gut aus der Kabine gekommen und hatten unsere Momente. Dennoch mussten wir leidenschaftlich verteidigen und viel laufen. Auch das Publikum hat gespürt, dass die Mannschaft da ist und alles gibt. Dann ist der Volkspark ein Faktor. Das gibt Energie und hat uns geholfen.“
VfB-Spieler Ermedin Demirović: „Wir hatten allgemein viele Chancen, allein ich zwei Riesenchancen. Wir spielen gefühlt auf ein Tor und müssen das Ding vorher zumachen. Von meinen Chancen muss eine rein, wenn nicht sogar beide. Und dann läuft so ein Spiel in eine ganz andere Richtung. So wartet der HSV auf die eine Chance, bekommt sie am Ende und dann verlierst du so ein Spiel … extrem bitter.“
VfB-Spieler Deniz Undav: „Wir wollten gewinnen, hatten viele Chancen, wenn auch nicht die ganz krassen. Im Endeffekt müssen wir unentschieden spielen, dann kann keiner was sagen. Es war am Ende ein offener Schlagabtausch, den dürfen wir nicht zulassen. Aber es hilft nichts, wir müssen jetzt den Blick nach vorne richten."
VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth: „Diese Niederlage tut sehr weh. Heute ist es extrem schade, denn unser Anspruch war, hier das Spiel zu bestimmen, was uns gelungen ist. Aber wenn du das Spiel vor dieser Kulisse bestimmst, dann willst du auch mindestens einen Punkt mitnehmen. So tut es umso mehr weh. Wir hatten Spielkontrolle, wir hatten Ballbesitz, wir hatten die Grundlagen, hier Tore zu erzielen. Bis ins letzte Drittel hatten wir gute Stafetten. Aber da muss man eben mehr daraus machen. Das hat gefehlt.“
HSV-Coach Merlin Polzin und VfB-Trainer Sebastian Hoeneß begrüßen sich vor dem Duell im Volksparkstadion.
Stimmungsvolle Kulisse im Volksparkstadion: Beide Fanlager beeindrucken vor dem Anpfiff mit Choreografien, die VfB-Fans zünden zusätzlich Pyrotechnik.
Schals hoch für den HSV: Die Fans des Hamburger SV stimmen sich im Volksparkstadion lautstark auf das Duell mit dem VfB Stuttgart ein.
VfB-Mittelfeldspieler Angelo Stiller steigt im Luftduell zum Kopfball, während HSV-Spieler Martin Adeline versucht, den Ball abzufangen.
Hamburgs Fábio Vieira behauptet den Ball gegen die VfB-Profis Finn Jeltsch (links) und Atakan Karazor.
VfB-Stürmer Ermedin Demirović im Zweikampf mit Nicolas Capaldo, HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes rückt zur Hilfe heraus.
Stark pariert: VfB-Keeper Dennis Seimen macht den Abschluss von Hamburgs Fábio Vieira zunichte.
VfB-Offensivmann Bilal El Khannouss im Duell mit HSV-Spieler Louis Lemke.
Bornauw gewinnt das Kopfballduell gegen Karazor und Vagnoman – Seimen pariert anschließend stark.
VfB-Stürmer Ermedin Demirović im Zweikampf mit Hamburgs Yussuf Poulsen. Seine beste Torchance hatte Medo in der 27. Minute, als sein Abschluss nach einem HSV-Ballverlust am Außennetz landete.
VfB-Kapitän Deniz Undav trifft in der 38. Minute den Pfosten – nach einem Doppelpass mit Jamie Leweling fehlt nur Zentimeter zum Führungstreffer.
Zum Haare raufen: Atakan Karazor schlägt nach einer vergebenen Torchance die Hände hinter dem Kopf zusammen.
Miro Muheim lässt den Volkspark in der 88. Minute mit einem Traumtor aus 25 Metern in den rechten Winkel explodieren und bringt den Hamburger SV mit 1:0 in Führung.
Nach seinem Traumtor springt Miro Muheim jubelnd in die Luft und lässt sich von den HSV-Fans feiern.