Die USA treiben laut Bericht angesichts festgefahrener Iran-Verhandlungen eine neue Koalition zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus voran.
Die USA drängen laut einem Bericht auf eine internationale Koalition zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus (Archivfoto).
Von red/AFP
Angesichts der festgefahrenen Verhandlungen mit dem Iran drängen die USA einem Medienbericht zufolge auf die Bildung einer neuen internationalen Koalition zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus. Das US-Außenministerium habe seine Botschaften angewiesen, Regierungen weltweit von einer Beteiligung an einem solchen US-geführten Bündnis zu überzeugen, berichtete das "Wall Street Journal" am Mittwoch (Ortszeit) unter Berufung auf ein internes Schreiben des Ministeriums. Dieses Bündnis solle zur diplomatischen Koordination, zum Informationsaustausch und zur Durchsetzung gemeinsamer Sanktionen dienen.
Innerhalb der Koalition solle das US-Außenministerium als "diplomatische Einsatzzentrale" fungieren und das für den Nahen Osten zuständige militärische US-Zentralkommando Centcom eine "Echtzeit-Lageerfassung im maritimen Bereich" bereitstellen.
Mit der Koalition solle "die Freiheit der Schifffahrt wiederhergestellt und die Weltwirtschaft geschützt werden", heißt es laut "Wall Street Journal" in dem vom Außenministerium versandten Schreiben an die Botschaften. "Gemeinsames Handeln ist unerlässlich, um vereinte Entschlossenheit zu demonstrieren und dem Iran für dessen Behinderung der Durchfahrt durch die Meerenge erhebliche Kosten aufzuerlegen."
Straße von Hormus durch iranisches Militär weitgehend gesperrt
Seit Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs der USA und Israels auf den Iran ist die für die weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte wichtige Straße von Hormus durch das iranische Militär weitgehend gesperrt. Der Ölpreis stieg seither steil an. Die US-Armee blockiert ihrerseits iranische Häfen.
US-Präsident Donald Trump hatte die Nato-Partner wiederholt dazu aufgerufen, sich gemeinsam für eine Öffnung der Meerenge einzusetzen. Deutschland und andere europäische Länder sehen eine Vereinbarung für eine Friedenslösung zwischen dem Iran und den USA sowie ein völkerrechtliches Mandat als Voraussetzung für eine solche Mission zur Sicherung der Meerenge an.
Die Bundeswehr bereitet bereits den Einsatz eines deutschen Minenjagdboots in der Straße von Hormus vor. Am kommenden Montag wird das Minenjagdboot "Fulda" in Richtung Mittelmeer auslaufen. Im Mittelmeer soll der Minensucher zunächst in einen Nato-Einsatz eingegliedert werden.
Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen auf Teheran den Iran-Krieg begonnen. Teheran reagierte darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Am 8. April trat eine Waffenruhe in Kraft. Bemühungen um eine dauerhafte Friedenslösung blieben bisher erfolglos.